USA XII – die letzten Tage

Viel Zeit bleibt uns nicht mehr in den Staaten, das 6-Monatsvisum ist fast aufgebraucht und wir müssen endlich eine Surfbrett-Halterung bauen und noch einiges erledigen bevor wir nach Mexiko weiterreisen. Hier erfährst du, wie wir der Hitze in Las Vegas entfliehen und wo wir unsere letzten Tage in den Staaten verbringen…

Erledigungen vor dem Länderwechsel

Wir genießen den Luxus des Excalibur Hotels in Las Vegas bis zur letzten Minute bevor wir zurück ins Auto ziehen. Nach drei Wochen mit Barbara und Reiner zu viert im Wohnmobil fällt die Umstellung schwer. Unsere Garage ist schnell leergeräumt und das Auto bis zur Decke vollgefüllt. Das Feuerholz, das in der Heckgarage des großen Wohnmobils fast verschwunden ist, liegt jetzt bei uns im Gang. Nach der anfänglichen Freude über das zurückgewonnene eigene Reich, werden wir schnell von dem fehlenden Platz und dem noch herrschenden Chaos überwältigt. In ca. einer Woche wollen wir nach Mexiko weiterreisen und dafür müssen wir noch einiges erledigen. Mein umgeknickter Fuß ist nach mittlerweile 4 Wochen noch immer angeschwollen. Ein Arztbesuch ist mir in den USA lieber als in Mexiko, deswegen sitzen wir nachmittags im Hand-Fuß-Knöchel-Zentrum und ich bekomme eine Schiene verpasst. Als Barzahler wird man hier sehr zuvorkommend behandelt, wir bekommen am gleichen Tag einen Termin und als Selbstzahler bekommen wir hier sogar Rabatt, die Ersparnis liegt bei über 50%! Auch die Schiene wird direkt 50 US-Dollar günstiger. Zum Trost finden wir im Anschluss eine deutsche Bäckerei, die diesen Titel auch verdient hat. Roggenbrot, Laugenbrötchen und Kreppel versüßen uns den Nachmittag.

Fahrt nach San Diego

Über den Anza Borrego Park wollen wir nach San Diego an die Küste fahren. Im Park ist die Blütezeit aber schon vorbei, außer heißem Staub hat der Park nichts zu bieten, deshalb nehmen wir von der hier geplanten Nacht mit Lagerfeuer schnell Abstand. Eine schnelle Internetrecherche verrät uns, dass wir für angenehme Temperaturen nur über einen Pass fahren müssen. Tatsächlich, bereits 30 Minuten später ist es 10°C kühler und sehr erträglich.

In San Diego besorgen wir dann als Erstes das Surfbrett, das Till sich für die kommende Zeit in Mexiko und Zentralamerika gewünscht hat. Außerdem haben wir ein zweites Solarmodul bestellt, um länger unabhängig vom Strom sein zu können. Beides soll jetzt auf dem Dach montiert werden. Auf dem Parkplatz unseres Lieblings-Baumarkts Home Depot breiten wir uns aus, denn so können wir auch schnell fehlendes Material besorgen. Gar nicht so einfach, da hier nicht das metrische System verwendet wird. Als wir auch im Schrauben-Geschäft kein Glück haben, müssen wir improvisieren und uns eben eine Gewindestange zuschneiden lassen. Nach zwei Nachmittagen hat schließlich alles seinen Platz auf dem Dach und wir haben endlich Zeit, die Stadt anzugucken.

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San Diego gefällt uns ausgesprochen gut. Wir erleben San Diego als kulturell vielfältige und offene Stadt. Alle Leute scheinen tiefenentspannt und alle betonen das Klima, das angeblich das ganze Jahr um die 20°C sein soll. Morgens beim IKEA-Frühstück lernen wir einen zugezogenen Iraner kennen, der uns von dem sonntäglichen Freiluft-Orgel-Konzert im Balboa-Park berichtet. Viele europäische Nationen betreiben dort ein Kulturzentrum, das sonntags für alle geöffnet ist. Im Deutschland-Haus gibt es Apfelstrudel und wir kommen mit den beiden älteren Damen ins Gespräch, die schon seit 30 Jahren in den Staaten wohnen, und sich immer freuen, wenn sie mal mit Deutschen in der Muttersprache reden können.

In dem Stadtteil La Jolla machen wir einen Spaziergang und entdecken Robben und Seelöwen mit ihrem Nachwuchs ganz nah an der Promenade. So schön sind sie zu beobachten, aber leider mussten hier schon Selfie-Verbotsschilder angebracht werden, um die Tiere zu schützen. Abends schlendern wir durch das Stadtviertel Gaslamp und finden ein gemütliches Plätzchen, um ein lokal gebrautes Bier auf der Terrasse zu genießen.

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Die Schlafsituation in der Stadt ist wie immer schwierig, nach mehreren Tagen mit zugeklapptem Dach versuchen wir es etwas außerhalb neben einem Feldweg und werden prompt von der Polizei geweckt und weggeschickt. So landen wir auf dem Parkplatz des Sycuan-Casinos, wo Übernachtparken gestattet ist. Wir nutzen die Gelegenheit und bleiben am nächsten Tag noch zum Mittagsbuffet. Neben hygienischen Toiletten mit Plastiktüte über der Brille gibt es hier für Mitglieder 15% Rabatt und da eine Mitgliedschaft nichts kostet sind wir schnell dabei. Auswahl und Qualität am Buffet sind hervorragend. Zum Schluss wollen wir noch unsere 10 $ Startgeld verspielen. Premiere für uns am Spielautomaten. Am einarmigen Banditen drücken wir wild auf den Knöpfen rum, offensichtlich haben wir den Einsatz verdreifacht, denn da verkündet der Automat schon lautstark den Gewinn und vor meinen Augen rieselt es Dollarzeichen auf dem Bildschirm. Immerhin haben wir 125 $ gewonnen. Schnell lösen wir unseren Gewinn ein und machen uns von Dannen. Unglaublich wie bereits ein so kleiner Gewinn, die Logik verdreht: Wenn man aus 10 $ in nicht einmal zwei Minuten 125 $ Gewinn erzielt, dann bekommt man ja aus 125 $ schon 1560 $, und binnen einer Stunde ist man Millionär. Logisch, oder? Die Verlockung auf den ganz großen Gewinn ist plötzlich greifbar nah, aber die Vernunft siegt. Spätestens als der Casino-Gewinn in der nächsten Tankfüllung verschwindet ist die Gefahr gebannt. Schließlich decken wir uns noch mit Gaskartuschen ein und dann geht es auf zum Grenzübergang nach Tecate.

Mexiko, wir kommen!

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Las Vegas – Anza Borrego – San Diego

Reisezeit: 7.6.17 – 16.6.17

 

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