Vorbereitungen

Vorbereitungen

Die Idee der Reise entstand ca. 1,5 Jahre bevor wir tatsächlich gestartet sind. Auch wenn die untenstehenden Listen lang sind, haben wir die Planung neben unseren Vollzeit Jobs gemacht und die Organisation als nicht allzu stressig empfunden.

Wir haben hier eine Übersicht über unsere Planung zusammen gestellt (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Früh, also mehr als ein Jahr vor Abreise haben wir uns mit folgendem beschäftigt:

  • Zeitpunkt der Reise (Job aussetzen/kündigen?)
  • Reiseroute grob planen (inkl. Einreisebestimmungen)
  • Fahrzeugfrage klären
  • Sprachkenntnisse auffrischen

Relativ kurzfristig (6-12 Monate vor Abreise) haben wir uns um die Feinheiten gekümmert:

  • Verschiffung
  • Autoversicherung für Nordamerika (langwierig, da wir auf viele Anfragen nicht Mal Antwort bekamen)
  • Krankenversicherung
  • Impfungen
  • US-Visum B2 beantragen (wenn man mehr als 3 Monate in den USA verbringen möchte)
  • eTA für Kanada beantragen (ein Rückflug-Ticket ist nicht notwendig, liegt aber im Ermessen der Airline, bei Condor hatten wir keine Probleme)
  • Vorsorge-Untersuchungen (Zahnarzt etc.)
  • Wohnung aufgeben/untervermieten
  • Abonnements kündigen
  • Zweiten Reisepass beantragen
  • Neue Kreditkarten, damit lange gültig (wir haben die Santander 1Plus Visa mit der wir weltweit kostenlos Bargeld ziehen können und sind bisher sehr zufrieden)
  • Flüge und erste Unterkunft buchen bis das Auto ankommt
  • Heimat-Basis einrichten, jemand der die Post bearbeitet und eine Vollmacht besitzt
  • Abschiedsparty

Finanzen

Immer wieder werden wir gefragt, wie wir uns diese Reise leisten können. Wir haben weder im Lotto gewonnen, noch geerbt. Dafür haben wir schon vor der Reise sehr sparsam gelebt und versucht unnötige Kosten zu vermeiden. Günstig Wohnen hilft und auch teure elektronische Geräte oder einen Flachbildfernseher gibt es bei uns nicht. Beim Reisen sieht es ähnlich aus, kostenpflichtige Schlafplätze sind eine Seltenheit, ebenso teure Touren. Nicht Sparen wollen wir allerdings beim Essen, hier liegt somit der größte Kostenpunkt der Reise.

Job aufgeben?

Eine grundlegende Entscheidung für das wann und wie lange der Reise ist sicher der Job. Ein Jahr Auszeit nehmen oder doch den Schritt der Kündigung wagen? Wir wollten ein festes Rückreise-Datum auf jeden Fall vermeiden, um nicht ständig Tage und Wochen zählen zu müssen. Da mein (Katrin) Vertrag sowieso ausgelaufen ist, stand der Startpunkt schnell fest. Till als Selbstständiger konnte sich dann ebenfalls danach richten. Für die Zeit zwischen Ende des Arbeitsvertrags und Ausreise war ich arbeitssuchend gemeldet, der Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt erhalten und wird bei Wieder-Einreise fortgesetzt.

Fahrzeug

Die Fahrzeugfrage war bei uns zum Glück schon geklärt, denn unseren Landcruiser HZJ78 hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon und der Ausbau war weitestgehend abgeschlossen. Eine Testfahrt lohnt sich auf jeden Fall, viele Optimierungen (Fach für Prospekte und Bücher, USB-Lader…) haben wir erst nachträglich angebracht. Mehr zu unserem Landcruiser und Details zum Ausbau gibt es hier.

Verschiffung

Für die Verschiffung unseres Fahrzeugs haben wir uns für eine RoRo-Verschiffung mit Seabridge von Hamburg nach Halifax entschieden. Eine Container-Verschiffung wäre vergleichsweise teuer gewesen, die Abwicklung entsprechend aufwändiger.

Wie bei RoRo üblich, müssen wir bei Fahrzeug-Übergabe den Schlüssel aushändigen. Um dennoch den schnellen Zugriff zu verhindern, haben wir eine Trennwand eingezogen sowie die Heckstoßatange abschließbar gemacht um die Hecktüren zu sichern.

Was Buchung und Ansprechpartner angeht, sind wir bisher sehr zufrieden mit den Informationen von Seabridge.

Die Kosten für Verschiffen und Abwicklung belaufen sich auf knapp unter 2000,- Euro und sind abhängig vom Volumen des Fahrzeugs.

Ob wir auch mit dem restlichen Ablauf zufrieden sind, berichten wir, sobald wir unser Fahrzeug in Halifax wieder abgeholt haben.

Update: das Schiff kam ca. 1 Woche zu spät in Halifax an. Angeblich sind solche Verspätungen zwar selten, aber von vielen anderen wurde uns das gleiche geschildert. Sonst sind wir mit der Abwicklung aber insgesamt sehr zufrieden!

Autoversicherung

Wir haben lange nach einer Haftfplichtversicherung für Nordamerika gesucht, aber nur wenig brauchbares gefunden.

Natürlich bietet auch Seabridge eine Haftpflichtversicherung an, allerdings nur in Kombination mit einer Vollkaskoversicherung. Ein echtes “Rundum-sorglos-Paket” also, welches man allerdings auch entsprechend bezahlt.

Deshalb haben wir nach einer Alternative gesucht und diese bei der Lyons Group gefunden. Sowohl eine Teil- als auch Vollkasko wird angeboten und die Kosten hierfür liegen (bei ähnlicher Leistung) ca. bei der Hälfte von Seabridge.

Update (Juli 2017): bei vorzeitiger Ausreise bekommt man die nicht genutzten Tage erstattet. Der Betrag wurde auf Anfrage zurück auf die Kreditkarte gebucht (manchmal geht es nur per Scheck). ABER: Wir haben aktuell von einigen Reisenden gehört, dass es momentan nicht mehr möglich ist, ausländische Fahrzeuge über die Lyons Group zu versichern. Problemlos ist nach wie vor eine Versicherung über Seabridge.

Bei Alessi sowie Sathers hatten wir angefragt, aber kein Angebot erhalten.

Krankenversicherung

Als Langzeitauslandskrankversicherung haben wir uns für STA travel (Allianz Versicherung) entschieden. Hier stimmt nach unserer Meinung das Preis-Leistungsverhältnis und wir konnten die Versicherung ohne Selbstbehalt abschließen. Auch kann die Versicherung jederzeit vorzeitig gekündigt werden und der Rest-Betrag wird erstattet.

Sprache

Ohne Sprachkenntnisse zu reisen kam für uns nicht in Frage. Alltägliches kann man sicher auch mit Händen und Füßen klären, aber um Land und Leute näher kennenzulernen ist die Landessprache unabdingbar. Nicht zuletzt deshalb ist unsere Wahl bei der Reiseroute auf die Panamericana gefallen. Mit einer guten Spanischgrundlage aus der Schule besuche ich zur Auffrischung Sprachkurse an der Uni, Till besucht einen Intensiv-Kurs bei der VHS. Update nach einem Monat Mexiko: ein Sprachkurs für Till muss her!

Impfungen

Wir haben uns bei Impfambulanz der Uniklinik Frankfurt beraten lassen und uns für folgende Impfungen entschieden:

  • Gelbfieber
  • Typhus
  • Hepatitis A und B
  • Tollwut
  • Polio
  • Tetanus

Gerade die Tollwutimpfung ist dabei ein echter Kostenfaktor, da drei Impfungen notwendig sind (Kosten für den Impfstoff für eine Impfung liegt bei ca. 70 Euro). Ein sicherer Schutz ist dennoch nicht gewährleistet. Im Fall einer Bissverletzung müssen trotz der vorhergehenden Impfungen zwei Auffrischungs-Impfungen durchgeführt werden, jedoch kann auf die Immunglobulingabe verzichtet werden.
Es lohnt sich bei der Krankenkasse nachzufragen, da beispielsweise die Techniker Krankenkasse die Kosten für Reiseimpfungen übernommen hat.

Ausrüstung – Rund ums Kochen und Backen

Ein sehr wichtiges Thema für uns, weil wir einfach sehr gerne Essen, Backen und Kochen.

Da das Auto eigentlich in erster Linie für kürzere Touren ausgebaut würde, haben wir uns für eine flexible Lösung entschieden: zum einen den MSR Pocket Rocket mit Aluminium-Kartuschen, zum anderen einen Spiritus-Kocher. Damit können wir sowohl im Auto als auch draußen kochen und haben gleichzeitig zwei Kochplatten zur Verfügung. Spiritus ist sehr günstig, mit dem Gaskocher geht es dafür schnell. Falls es mal einen der beiden Brennstoffe nicht geben sollte, kann man auf den anderen ausweichen.

Gaskocher Pocket Rocket von MSR. Die Kartuschen sind in Kanada und USA problemlos zu kaufen (USA: Walmart und REI. Kanada: Canadian Tire, MEC). Mit Adapter können auch die deutlich günstigeren Propan-Kartuschen von Coleman verwenden. Vor allem in Mexiko sehr praktisch, da wir bisher noch keine Butan-Kartuschen entdeckt haben.

Spirituskocher von Dometic. Der Kocher ist bei Kälte ein echter Gewinn, auch wenn die Preise für Spiritus in Nordamerika sehr hoch sind (ca. 3-4 EUR pro Liter). In Kanada haben wir ihn mangels Alternativen mit Methanol betrieben. Praktischer Nebeneffekt des Kochers ist, dass wir ihn sogar für unseren Dutch Oven verwenden können. Dadurch haben wir uns direkt eine gusseiserne Pfanne und großen Topf gespart.

Vorteil: beide Systeme sind klein, leicht, flexibel und platzsparend!

Nachteil: erhebliche Mehrkosten für die Kartuschen im Vergleich zu einer großen Gasflasche.

Fazit: Da wir beim Ausbau keinen Platz für eine Gasflasche eingeplant hatten, wäre es schwierig gewesen, diese im Nachhinein noch unter zu bringen. Auf Dauer wäre das aber deutlich günstiger gewesen und beim nächsten Ausbau würden wir wahrscheinlich eher darauf setzen. Ein System mit dem man draußen (nicht nur an der Hecktür) kochen kann, wäre uns aber weiterhin wichtig.

Dutch Oven. Ideal um draußen zu kochen und vor allem zum backen. Ideal für Gulasch und Eintöpfe auf offenem Feuer. Mit etwas Übung gelingen tolle Brötchen, Brot und Kuchen. Auch wenn er groß und schwer ist, möchten wir ihn nicht missen. Man muss sich Zeit dafür nehmen, aber damit kommen auch ganz sicher Roadtrip und Camping-Gefühle auf. Gute Grundlagen zur Pflege und eine schöne Einführung gibt das Buch “Dutch Oven” von Carsten Bothe (Heel Verlag).

Pop Up Grill. Haben wir bisher seltener benutzt als gedacht, da in Nordamerika viele Grills auf Picknick-Plätzen und in Nationalparks bereitgestellt werden. Außerdem ist der Dutch Oven einfach vielseitiger 😉

Sonstige Ausrüstung

Kamera und Video. Mittlerweile haben wir eine Panasonic GX-85 ( MFT-System) und eine Sony Action-Cam.

Faltschüssel von Ortlieb. Eins unserer Lieblingsstücke, da total vielseitig einsetzbar. Zum Beispiel zum Geschirr oder Wäsche waschen, aber auch nasse Sachen lassen sich hier gut aufbewahren.

Zur Navigation verwenden wir ein Microsoft Surface (nRoute, ein altes aber tolles Programm mit den unterschiedlichsten Karten wie OSM oder CityNavigator). Beim Handy haben sich für uns offline Karten von Here-Maps mehr bewährt als das viel verwendete MapsMe, mit dem wir nicht richtig klar gekommen sind. Zur Übersicht sind Papierkarten eindeutig die beste Wahl.

Auch ein CB-Funkgerät (Alan) ist dabei und vieles, vieles mehr…