Guatemala II – Eintauchen in die Maya-Kultur im westlichen Hochland

Guatemala II – Eintauchen in die Maya-Kultur im westlichen Hochland

Im zweiten Bericht unserer Reise durch Guatemala befinden wir uns zwischen Cobán und Momostenango, wo wir eintauchen in das traditionelle Guatemala. In Chajul, einem kleinen Bergdorf im Ixil-Dreieck begegnen wir den Quiché-Maya und bekommen unsere ganz persönliche Maya-Zeremonie. Auf Ab- und Umwegen erreichen wir Momostenango und lernen durch ein Maya-Horoskop mehr über unsere Bestimmung im Leben…

Begegnungen mit den traditionellen Ixil

Nachdem wir uns langsam an Guatemala herangetastet haben (den ersten Bericht gibt es hier: Guatemala I), wollen wir jetzt eintauchen in die Kultur der Bewohner und machen uns auf den Weg in das sogenannte Ixil-Dreieck in den Cuchumatanes-Bergen. Durch die abgeschiedene Lage konnten die Spanier diese Bergregion nur schwer erobern. Die Einheimischen konnten so ihr Traditionen bewahren und halten nach wie vor stolz an ihrer Lebensweise fest. Leider war diese abgeschiedene Region auch ein besonders blutiger Schauplatz im Bürgerkrieg vor 30 Jahren, bei dem etliche Dörfer zerstört wurden und etwa ein Viertel der Ixil entweder umgekommen oder geflohen ist. Nebaj bildet den Hauptort, Chajul und Cotzal bilden die anderen Ecken des Dreiecks.

Der Reiseführer gibt wenig Informationen über die Gegend und unsere Neugier ist dadurch umso größer. Besondere Farben und Trachten sind typisch für die Region, auch die Abgeschiedenheit lockt uns an. Deshalb fahren wir zusammen mit Stefan und Yasmin in ihrem Zebra über die Straße 7W in die Berge. In San Juan verlassen uns Google und Maps.me und wir finden den Weg Richtung Norden erst nach mehrmaligem Falschabbiegen und Durchfragen. Eine einsame Straße windet sich durch die Berge und führt uns durch ein Dorf mit beängstigend steilen Straßen. Mit sehr viel Gas und im ersten Gang kommen wir geradeso nach oben. Da das Hottahue bei diesen Höhen schon ganz ordentliche Mengen an schwarzem Rauch ausspuckt, tun uns die Leute leid, die wir damit in den engen Gassen einrauchen. Denen scheint es aber gar nichts auszumachen, denn sie winken uns freundlich entgegen. Mittags kommen wir dann in dem kleinen Bergdorf Chajul an und parken mitten im Dorf auf der Hauptstraße. Die einzige Straße in der man halbwegs gerade steht und die nicht allzu schmal ist.

Sofort fallen uns die Menschen auf, die uns anlachen und uns zuwinken. Alle Frauen tragen traditionelle Kleidung, einen roten Rock und wunderschöne huipiles (bestickte Blusen). Viele tragen außerdem einen ganz besonderen Kopfschmuck, der aufwendig in ihre dunklen Haare eingeflochten ist. Auf der Suche nach etwas Essbarem landen wir im Hausflur einer guatemaltekischen Familie, die mit chinesischem Essen wirbt. Chinesisch? Zwar sind wir skeptisch, aber die Nudeln mit Gemüse in Sojasoße schmecken uns dann doch sehr gut und eine Alternative gab es sowieso nicht. Da wir quasi auf der Straße sitzen ist unsere Anwesenheit im Dorf längt kein Geheimnis mehr. Auffallend viele Leute schlendern neugierig an uns vorbei und wir gucken uns gegenseitig neugierig an. Eine alte Frau stellt sich hinter uns und vergleicht ungläubig meinen blonden Lockenzopf mit ihrem dunklen glatten Haar. Berührungsängste hat sie nicht und greift ohne Zögern in meine Haare. Wortreich versucht sie sich mit uns zu unterhalten, aber da sie kein Spanisch, sondern nur Quiché spricht, müssen wir zur Verständigung auf Hände und Füße zurückgreifen.

Die nächste Herausforderung ist, in der Stadt einen Schlafplatz zu finden. Alle Straßen sind viel zu steil. Deshalb fahren wir auf gut Glück ein Stück aus der Stadt heraus und landen bei Ana und Pedro auf dem Hof, wo wir gerne übernachten dürfen. Yasmin und ich helfen Ana kurzerhand beim Sortieren der Bohnen. Sie freut sich, auch wenn wir wohl eher keine richtige Hilfe sind, weil sie die Arbeit allein viel schneller und routinierter erledigt. In der Dämmerung sehen wir dann alle Männer aus den Bergen zurück ins Dorf laufen. Sie tragen stapelweise Feuerholz auf ihrem Rücken nach Hause. Einige haben Pferde, mit denen sie die Last teilen können. Als Anas Mann Pedro nach Hause kommt setzen wir uns in die Hütte ans Feuer, denn die Kälte hier oben in den Bergen ist sehr unangenehm. Pedro bietet sich als Fremdenführer an, und schlägt vor, für den nächsten Tag eine Maya-Zeremonie für uns zu organisieren. Wir willigen ein und wissen eigentlich gar nicht so recht, wozu wir da gerade eingewilligt haben. Was erwartet man denn von einer Maya-Zeremonie? Wir haben keine Ahnung, aber wir sind sehr gespannt.

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Unsere ganz persönliche Maya-Zeremonie in Chajul

Mit ausgebeulter Jeans und auf einen Stock gestützt steht morgens unser Zeremonienmeister Gaspar vor der Tür. Kurz darauf kommt auch Pedro in Festtagskleidung aus dem Dorf gelaufen und dann fahren wir zu sechst in unserem Auto in die Berge, Till und Gaspar sitzen vorne, wir anderen teilen uns die Rückbank. Der erste Halt ist eine Kirche, bei der 1981 ein Pater von Soldaten im Bürgerkrieg erschossen wurde. Wir erinnern uns an die Information, dass der Bürgerkrieg hier besonders grausam gewesen ist. Viel zu sehen gibt es hier an sich nicht, aber wir merken, wie tief die Wunden des Bürgerkriegs noch sitzen.

Weit außerhalb des Dorfs bei einem unauffälligem Gebäude mit Schmierereien an der Außenwand steigen wir aus, denn es handelt sich um das Zeremonienhaus. Eine offene Tür, ein schmuckloser Raum ohne Fenster. An der Kopfseite steht ein Altar mit zwei großen Kreuzen. Für uns die einzigen Hinweise auf ein zeremonielles Gebäude. Mit einer uns bekannten Kirche hat es das hier wenig zu tun, es gibt keine Bänke und auch sonst ist der Raum sehr spartanisch und wir stehen wir auf blankem Lehmboden.

Pedro und Gaspar bereiten die Zeremonie vor und machen mitten im Raum ein kleines Feuer. Dann geht die Zeremonie los. Die folgende Stunde kann man schlecht in Worte fassen, denn es würde der Zeremonie nicht gerecht werden. Ich werde es trotzdem versuchen, um euch einen Überblick zu geben, im Video werdet ihr aber eher verstehen, was ich meine. Gaspar in seinen ausgebeulten Jeans läuft von Ecke zu Ecke und von Kreuz zu Kreuz und bittet darum, dass wir wieder gut und gesund nach Hause kommen werden und uns nichts passiert auf der Reise. Zumindest glauben wir, dass er das sagt. Gaspar spricht die meisten Worte in Quiché, dazwischen immer wieder die spanischen Worte “en el nombre del padre…”, immer wieder werden bunte Opferkerzen ins Feuer geworden und auf den Altar aufgebaut. Die verschiedene Farben der Kerzen, symbolisieren die Berge, den Himmel, aber auch Bereiche des Lebens wie die Gesundheit. Während der Zeremonie trinkt Gaspar ein farbloses Zeremonien-Getränk aus einer 2 L Colaflasche und spuckt einen Teil des Inhalts auf das Feuer, so das es entflammt und zischt. Pedro erklärt es sei eine Art Bier, wir vermuten eher Höherprozentiges. Wir sind hin und weg von unserer Zeremonie! Es ist eine mystische Stimmung in dem Raum und durch die fremde Sprache. Wir stehen die ganze Zeit gespannt in der Ecke und warten was als nächstes passiert. Einer nach dem anderen muss sich nun in die Mitte des Raums stellen und wird einzeln mit Namen benannt. Gaspar ruft erneut die Geister an, die uns auf unserer weiteren Reise beschützen sollen. Dann stehen wir schließlich zu viert in der Reihe und Gaspar nimmt vor jedem von uns einen tiefen Schluck seines “Biers” und spuckt ihn uns ohne Vorwarnung von hinten in den Nacken und ins Gesicht. Auch wenn wir total begeistert sind von unserer Zeremonie müssen wir in diesem Moment doch sehr blöd geguckt haben.

Gaspar gehört zu den besonderen Leuten, die das alte Wissen der Maya-Kultur bewahren. Wir fühlen uns geehrt, auf diese Weise einen so persönlichen Einblick in das Leben von Guatemala bekommen zu haben. Noch lange werden wir an diese Zeremonie und an Gaspar zurückdenken. Was für ein Erlebnis!

Die Heimfahrt wird dann auch sehr amüsant, denn die Zeremonie war erst mit der leeren Flasche zu Ende und Gaspar scheint auch den einen oder anderen Schluck des “Biers” vor dem Feuer bewahrt zu haben. Er scheut sich nun leider nicht, auch in unseren Fußraum zu spucken. Wie gut, dass hier alles abwaschbar ist.

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Bilder und Worte werden der Maya-Zeremonie in keinster Weise gerecht, deswegen haben wir einen kleinen Film für euch gemacht:

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Auf der weiteren Reise sehen wir immer wieder Geschäfte mit Zeremonie-Zubehör, die diese bunten Kerzen und kleine Kohlen und Räucherstäbchen für das Feuer anbieten. Die Guatemalteken machen diese Zeremonien häufig im Jahr und zu den verschiedensten Anlässen. Zum Beispiel um für eine gute Ernte oder die Gesundheit ihrer Kinder zu bitten. Wir sind auch im Nachhinein noch tief berührt von den lebendigen Traditionen der Ixil, von ihrem harten Leben auf dem Land, dass sich doch so sehr von unserem europäischen Leben unterscheidet.

Zu Hause bei Ana und Pedro

Nachmittags werden wir zu Pedro nach Hause eingeladen. Seine Frau Ana hat das traditionelle Gericht Boxbol für uns zubereitet. Eine Maismasse wird in Blätter gewickelt und die Päckchen anschließend gedünstet. An sich schmeckt es neutral nach nichts, deshalb tunkt man die Rollen aber in eine würzige Salsa. Wir sind neugierig und bekommen nach dem Essen noch die Gelegenheit das restliche Haus der Familie zu besichtigen. Die Küche und der Wohnbereich besteht aus einer großen Feuerstelle mit Töpfen und einem kargen Holztisch. Gekocht und geheizt wird wie erwartet mit Holz. Deshalb also tragen alle Männer kiloweise Holz durch das Dorf. Durch ein hüfthohes Loch kriechend kommt man ins “Badezimmer”, einer Sauna, in der auch die Kinder geboren werden. Stolz werden wir von Pedro durch das Haus geführt, es ist erst zwei Jahre alt und gehört zu den schönsten des Dorfes. Im Foyer hängt eine amerikanische Flagge, denn Pedro hat für einige Jahre dort gearbeitet. Deswegen kann er sich als einer der wenigen im Dorf einen großen LKW leisten. Nachmittags werden er und sein LKW gebraucht, um bei der Mais-Ernte zu helfen und die Maiskolben abzutransportieren. Die Kommunikation verläuft auch hier über Handy, die moderne Welt hat also doch Einzug erhalten bei den Ixil. Denn ansonsten fühlt es sich wahrlich an, als wäre die Zeit stehen geblieben in diesem abgelegenen Dorf in den Bergen. Zum Abschied flechtet Ana mir noch einen typischen Ixil-Haarschmuck in die Haare. So habe ich auch ein Andenken an diese eindrücklichen Tage in Chajul.

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Nebaj und unsere “Abkürzung” nach Acul

Wir fahren bis Nebaj, der Hauptstadt des Ixil-Dreiecks. Im Gegensatz zu Chajul fühlt es sich hier aber eher wie eine lärmende Großstadt an. In einem Hotel buchen wir uns zu viert ein Einzelzimmer und kommen nach den kalten Nächten endlich mal wieder zu einer heißen Dusche. Bei unserem Stadtrundgang schlendern wir auch über den bunten Markt und überragen alle Leute um mindestens zwei Köpfe. Auch hier tragen die Ixil ihre traditionelle Kleidung und prächtigen Kopfschmuck. Zum ersten Mal in Guatemala sehen wir bewusst die kleinen roten TucTucs, die hier als öffentliches Verkehrssystem genutzt werden. Neben Obst und Gemüse werden auf dem Markt auch die wunderbaren Handarbeiten der Ixil angeboten. Der geringe Platz im Hottahü hält mich allerdings von Großeinkäufen ab.

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Wir wollen weiter zum nur 5 km entfernten Acul fahren und wundern uns, warum Google uns partout nicht die direkteste Straße fahren lassen will. Als die Straße immer enger und steiler wird dämmert mir langsam warum wir hier nicht fahren sollten, während Till und Stefan noch großspurig übers Funkgerät kommunizieren, dass man bei 5 km ja nicht mal den Luftdruck absenken muss. Nach dem ersten steilen Anstieg auf losem Schotter und drei engen Serpentinen, die wir im ersten Gang Untersetzung und Hecksperre gefahren sind, wird der Reifendruck dann doch kleinlaut abgesenkt. Immer wieder wechseln sich Haarnadelkurven und flache, breite Passagen ab. Für mich heißt das Luft anhalten und tief durchatmen im Wechsel. Dann kommen die Serpentinen der Gegenseite, diesmal bergab. Da kann ich auf keinen Fall im Auto bleiben. Durch das Display der Kamera sieht die Lage nämlich meist nur halb so schlimm aus. Till ist wie immer entspannt, alles kein Problem meint er. Und mein Vertrauen in den Fahrer ist grenzenlos. Jede Serpentine wird zuerst abgelaufen, genau begutachtet und eine Fahrspur gesucht. Das Fahrzeug hängt dann doch ein paar mal ganz schön schief in der Kurve und mir stockt der Atem. Trotz dem an sich kleinen Auto steht jetzt fest: der Wendekreis von einem Land Cruiser ist eben doch nicht Wanderweg tauglich. Denn mittlerweile ist allen klar, dass die vermeintliche “Straße” eigentlich ein Wanderweg ist. Ein Mann mit seinem Pferd findet uns und unser Unterfangen auf der “Straße” mindestens genauso spannend wie wir ihn. Unverhohlen und schmunzelnd filmt er uns wie wir uns gegenseitig Einwinken und die Autos sich durch die Serpentinen winden. Was er wohl von uns Europäern denkt? Als wir ins Dorf Acul einfahren fällt uns allen ein Stein vom Herzen, für die vermeintlich kurze Strecke haben wir über zwei Stunden gebraucht.

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Unsere “Abkürzung” von Nebaj nach Acul


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In Acul gibt es außer Regen dann aber den lang ersehnten Ziegenkäse, den wir direkt von der Farm kaufen können. Bei der Streckenplanung für den nächsten Tag sehen wir dann, dass sich unsere “Straße” von gestern als zarte Linie weiter Richtung Momostenango schlängelt. Nach kurzer Beratschlagung und Auskunft mehrerer Ortskundiger entscheiden wir uns aber dagegen der Straße noch eine Chance zu geben. Ausnahmslos alle Befragten beschreiben sie als absolut NICHT Fahrzeug geeignet. Nach dem dritten Befragten sieht auch Till ein, dass es dort für uns nicht weitergeht. Er hatte gestern wirklich Spaß und das Offroad-Fieber wurde geweckt. Zurück geht es also auf der echten Straße und wir schaffen die deutlich längere Strecke diesmal viel schneller. Und das ausnahmsweise mal tatsächlich ohne den Reifendruck abzusenken.

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Unsere Bestimmung nach dem Maya-Kalender

Der Weg nach Momostenango führt uns wieder über bergige Schotterpisten. Bei einem Hotel in Momostenango, kurz Momo dürfen wir auf dem Parkplatz campen. Im Gegensatz zu Mexiko scheint das in Guatemala eigentlich nie ein Problem zu sein. Abends wird der Parkplatz voll, denn auch die LKW parken lieber im eingezäunten Bereich als auf der Straße. Auf einem Berg entdecken wir einen Zeremonienplatz, an dem die Leute um ihre Bitten anbringen. Genau wie bei Gaspar gibt es wieder die bunten Opferkerzen, die man ins Feuer wirft. Kulinarisch essen wir günstig und lecker das Nationalgericht, Hühnersuppe mit Gemüse und Reis. Zur Freude von Till gibt es zum Nachtisch einen Bananen-Split von Saritas, der uns durch ganz Zentralamerika begleiten wird.
Bei einem Stadtrundgang treffen wir den einzig anderen Weißen weit und breit. Ein Amerikaner, der hier seine eigenen Hilfsprojekte durchführt. Zuerst hat er der Bevölkerung Solaröfen gebaut, mittlerweile kümmert er sich um die Aufklärung bezüglich des Blei-Kochgeschirrs. Beim Kochen löst sich das Blei und vergiftet die Menschen. Bei Männern und insbesondere männlichen Jugendlichen fördert diese Bleivergiftung aggressives Verhalten. Nach seiner Theorie wären die Gefängnisse leer, wenn die Leute ihr Kochgeschirr wechseln würden.
Von ihm bekommen wir auch den Tipp, Don Manuel Poroj aufzusuchen. Er kennt sich in der Maya-Kultur aus und kann uns unser Maya-Horoskop erstellen. Wieder ist unser Interesse geweckt und wir fragen uns in der Stadt nach diesem Mann durch. Die Polizei kennt das Viertel das wir suchen und setzt uns passgenau vor einem kleinen Laden ab, in dem wir erfahren welches Haus wir suchen. Adressen scheint es nicht zu geben oder sie werden nicht benutzt. Wozu auch, wenn es offensichtlich auch ohne geht? Wir klopfen an, ohne zu wissen, was wir eigentlich wollen. Kurz darauf sitzen wir mit Don Manuel auf der Couch und notieren unsere Namen und das Geburtsdatum. Dann schlägt er in einem Buch unsere Nahuales nach. Das Maya-Horoskop verrät die Fähigkeiten und das Schicksal eines Menschen und soll dazu dienen, seine Bestimmung zu erkennen. Don Manuel gehört zu den wenigen, die heutzutage noch ein solches Horoskop erstellen und deuten können. Vier Nahuales in unterschiedlicher Stärke, den sogenannte Tönen ordnet er jedem von uns zu. Er beschreibt die Eigenschaften, die er daraus lesen kann und vieles davon trifft tatsächlich zu. Nach seiner Aussage gehört Till auf jeden Fall aufs Land, die Stadt würde wirklich überhaupt nicht zu ihm passen. Ich hingegen habe ein ausgeprägtes “Batz” und sei die “Mutter der Künste” und brauche eine kreative Aufgabe. Da scheinen wir mit unserer Reise ja genau ins Schwarze getroffen haben. Als Don Manuel unsere beiden Zettel nebeneinander betrachtet um zu sehen, wie wir zwei zusammenpassen, bekommt er plötzlich große Augen, guckt ungläubig und wird dann ganz ruhig. Gute oder schlechte Nachrichten? Wir werden es wohl nie erfahren.

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Die Tage im Hochland waren mehr als interessant und wir sind nach so viel Maya-Kultur bereit für einige Tage am Atitlan-See, wo wir die Schulbank drücken werden. Was uns sonst noch in Guatemala erwartet hat, erfährst du bald im dritten und letzten Guatemala-Bericht.

Reisezeit: 10.01.18 – 16.01.18

Gefahrene Route im westlichen Hochland


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Download der GPX-Datei gibt es hier:

Hottahue Guatemala II

18 Gedanken zu „Guatemala II – Eintauchen in die Maya-Kultur im westlichen Hochland

  1. Liebe Katrin, lieber Till.
    Was für ein interessanter Reisebericht. Ihr habt wieder unglaublich tolles erlebt. Die Zeremonie, die 5 km mit dem Hottahue, sehr Abenteuerlich. Bravo an Till für seine Fahrkünste.
    Habe im Pueblo auch eine Zeremonie erlebt. Ich könnte mich gut in eure Stimmung hineinversetzen.
    Ein wirklich interessanter Bericht für uns daheim gebliebenen.
    Vielen Dank dass wir an eurer Reise auf diese Art teilnehmen können. Weiterhin wünsche ich euch wunderbare Erlebnisse.
    Liebe Grüße
    Eure Ulli

    1. Hallo Ulli,
      wir freuen uns, dass dir der Beitrag gefallen hat. Die Zeremonie war auch für uns ein ganz besonderes Erlebnis an das wir noch sehr lange denken werden.
      War die Zeremonie in Mexiko ähnlich?
      Liebe Grüße,
      Katrin und Till

  2. Hallo Nichtchen u Till. Hut ab vor diesem Himmelfahrtskommando. Ich wäre auch ausgestiegen, rutschige Pisten u Abgründe , ohne mich. Weiterhin phantastische Erlebnisse u Eindrücke wünsche ich Euch. Passt auf Euch auf. Das Tantchen

    1. Hallo Tantchen,
      ich bin ehrlich gesagt froh, diese Strecke nicht noch einmal fahren zu müssen. Da wir ja in den USA schon viele heiklere Strecken gefahren sind bin ich ja auch als Beifahrer schon einiges gewöhnt. Und Till hat seine Sache ja auch sehr gut gemacht 🙂
      Liebe Grüße,
      Till und Katrin

  3. Hallo Till & Katrin. Wir haben jetzt auch mitbekommen das ihr Videos hochgeladen habt – sehr schön! Ihr seid jetzt gute 2 Jahre unterwegs und ihr habt den Äquator noch nicht überschritten. Klingt sehr nach ” wir hängen noch 3-5 Jahre ran”. Das finden wir super !!!! Viel Spaß weiterhin auf der Reise nach Feuerland – Schöne Grüße aus Berlin – Thomas und Alex

    1. Hallo Thomas und Alex,
      ja, mittlerweile sind auch wir medial aufgestellt 😉
      Wir kratzen noch an den 2 Jahren, im Juli ist es so weit. Wir haben das Langsamreisen für uns entdeckt und würden nur zu gerne noch ein paar Jahre dran hängen. Momentan planen wir allerdings die Rückkehr für Ende des Jahres und Feuerland muss damit bis zur nächsten Reise warten, um von uns bereist zu werden 😉
      Wir senden euch viele Grüße aus Panama,
      Katrin und Till

  4. Unglaublich! Das kann man sich kaum vorstellen, wie das wohl ist was ihr alles erlebt!
    (Ich hätte viel zu viel Angst…)
    Respekt!!
    Liebe Grüße 🙂
    Und passt gut auf euch auf!

    1. Hallo Gitti,
      ich glaube manchmal sieht es schlimmer aus als es ist 😉
      Aber für die vielen Erlebnisse und Eindrücke sind wir sehr dankbar…
      Viele Grüße schicken wir dir von Panama,
      Katrin und Till

  5. Hallo Katrin und Till,
    Text und Bild passen mal wieder ganz toll zusammen. Kann mich den vorherigen Kommentaren und Bewunderungen voll anschließen, auch wenn ich mir die Bergabfahrt von Till im Video etwas zügiger mit ein paar Powerslides vorgestellt hätte, sollte ihm als altem Skihasen doch eigentlich auf den Leib geschrieben sein (Späßle!!!); also: alle Achtung für Euren Mut und Euer Können. Haben selbst eine Sangoma-Zeremonie in Südafrika erlebt, die uns auch sehr in Erinnerung ist. Hoffe, Ihr habt weiterhin die Fortune zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. In diesem Sinne alles Liebe und Gute Mapa

    1. Hallo ihr beiden,
      wir freuen uns immer über euer Lob. Gegen eine rasantere Bergabfahrt hätte ich dann aber doch Einwände gehabt. Wenn es nicht um unser Haus mit über 3,5 Tonnen gehen würde wäre Till wohl auch gerne schneller unterwegs gewesen 😉
      Eure Sangoma-Zeremonie war bestimmt auch spannend, auch wenn ich mir darunter nicht viel vorstellen kann. Man muss es wahrscheinlich wie so oft selbst erleben um ein Gefühl zu bekommen.
      Wir schicken euch liebe Grüße aus Kolumbien,
      Katrin und Till

  6. Wandernd zwischen Tag und Traum,
    der Sonne und dem Mond folgend
    bin ich offen für weitere Zweigungen meines Weges.
    Mit tiefen, weiten Augen sehend
    begegne ich dem Wunderbaren.
    Ich lasse geschehen,
    tauche ein in ein Meer von Sternen und Licht
    und bin meinem Traum nahe.
    ( Martha Heine )
    P.S. Till ist ja selbst ein Poet, dieses fand ich aber
    spontan sehr schön und passend für euch.
    Alles liebe Barbara

    1. Liebe Barbara,
      danke für die passenden Worte. Wir fühlen uns oft genau so, unserem Traum sehr nah.
      Der Poet von uns war ja länger nicht aktiv…
      Viele Grüße, Katrin und Till

  7. Uff! Jetzt – nach dem Serpentinen-Video – musste ich erst einmal durchatmen – hatte wohl automatisch den Atem angehalten. Ich ziehe meinen Hut!!!
    Ein spannender Bericht!
    Gern hätte ich noch mehr über Eure Wahrnehmung des Horoskops erfahren. Da ich ja selbst Horoskope berechne und mich mit deren Deutung beschäftige, wäre ein Vergleich ganz interessant. Habt Ihr auch eine Zeichnung dazu bekommen? (Hier sieht ja ein Horoskop wie eine Torte mit 12 Tortenstücken aus, in die dann die Planetenstellungen zum Zeitpunkt der Geburt eingetragen werden…)

    Wie auch immer: Ich wünsche Euch eine weiterhin gut behütete Reise!
    Liebe Grüße aus Braunschweig
    von Ute

    1. Liebe Ute,
      danke wie immer für das Mitdabei-Sein!
      Also zu dem Horoskop kann ich tatsächlich nicht so viel mehr sagen. Es ordnet jedem vier dieser Nuhuales zu, eines für den Tag der Entstehung, eines für den Geburtstag, das dritte für das Schicksal und das vierte für das Jahr. Jedes der Nahuales bekommt dann eine Intensität oder Ausprägung zugeordnet. Es sind hier also 4 Grundeigenschaften. Eine Zeichnung haben wir nicht dazu bekommen. Für eine genauere Analyse hätten wir sicher nochmal zu ihm gehen müssen. Im Nachhinein schade, das finden wir auch.
      Wir schicken liebe Grüße von Kolumbien nach Braunschweig,
      Katrin und Till

  8. Als ich heute Eure Seite aufmachte hab ich ein ganz schönen Schrecken bekommen angesichts des Bildes mit den Kreuzen – dachte schon es wäre was passiert.
    … einfach toll, was Ihr alles erlebt und danke für die wirklich schönen Berichte.
    Weiterhin viel Spaß auf Eurer Reise !!

    1. Lieber Gerhard,
      einen Schreck wollten wir dir wirklich nicht versetzen! Wir können versichern, daß es uns nach wie vor sehr gut geht!
      Vielen Dank für das Mitreißen auf unserer Reise.
      Wir grüßen aus Kolumbien,
      Till und Katrin

  9. Hallo ihr beiden,
    Ich habe die Zeremonie in der Indigenen Sprache Nahuatl erlebt.
    Natürlich auch nichts verstanden. Es war auch ein Altar aufgebaut, was schon beeindruckend war. Auch Kerzen wurden angezündet. Es war ein Raum mit Lehmboden. Darin 3 Stühle für Lulu, Anita und mich. Wir könnten nur erahnen was bei der Zeremonie gesprochen wurde. Lulu verstand es auch nicht und von Anita die ja Nahuatl spricht, haben wir keine Info bekommen.
    Aber es war sehr beeindruckend und die Emotionen waren sehr aufregend. Dauer der Zeremonie, 2 Stunden.
    Liebe Grüße
    Eure Ulli

    1. Hallo Ulli,
      deine Erfahrung bei der Zeremonie klingt wirklich sehr ähnlich zu unseren Empfindungen. Die Kerzen und der Lehmboden. Es scheinen die gleichen Traditionen zu sein, auch wenn wir in Mexiko nie davon gehört oder gesehen haben. Sicherlich wird es auch nur noch in den Pueblos praktiziert.
      Was gesprochen wurde würde mich auch sehr interessieren. Pedro hat es uns leider auch nicht genau übersetzen können.
      Viele Grüße aus Kolumbien, Katrin und Till

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