Halifax – endlich in Kanada

Kanada, wir kommen. Am 9.7.16 war es also endlich so weit. Wir sind nach Halifax in Nova Scotia im Osten von Kanada geflogen, denn hier soll das Auto ankommen und unsere Reise starten.

Abschied in Frankfurt. Mit der Familie und persönlichem Taxi sind wir zum Flughafen gefahren. Die Reisetasche war schnell abgegeben, eingecheckt hatten wir schon am Vortag. Entgegen der Erwartung wollte niemand ein Rückflugticket sehen oder hat auch nur danach gefragt. Die Meinungen ob ein solches Ticket benötigt wird oder nicht waren widersprüchlich und wir wären sicherheitshalber auf alles vorbereitet gewesen. Nach einem letzten Kaffee und Snack mit den Liebsten geht es für uns zur Sicherheitskontrolle. Der Abschied fällt allen schwer, ist es doch eine Trennung für eine sehr lange Zeit…

Halifax. Bei der Einreise in Halifax klappt alles wie am Schnürchen: der Zollbeamte ist außergewöhnlich freundlich, wir werden nicht ausgefragt oder kritisch angeschaut und bekommen anstandslos unseren Stempel mit dem wir nun offiziell 6 Monate im Land bleiben dürfen.

Erste Eindrücke. Als Neuankömmlinge in einer Stadt haben wir selten eine so freundliche Atmosphäre erlebt. Sobald wir ein wenig hilflos, ich meine… suchend schauen, eilt sofort ein hilfsbereiter Kanadier herbei; so etwas kennen wir von zu Hause gar nicht!
Vom Flughafen geht es mit dem Linienbus für günstige 3,50 CAD bis in die Innenstadt. Zahlen kann man zwar nur passend, dafür bekommt man auf Anfrage ein sogenanntes Transfer-Ticket, mit dem man 90 Minuten in jede Richtung weiterreisen kann. Leider verpassen wir unseren Anschlussbus und müssen die 3 km bis zu unserer Unterkunft zu Fuß zurück legen. Hätten wir eine vernünftige Tasche/Rucksack gehabt wäre dies kein Problem gewesen, jedoch haben wir absichtlich die alte, kaputte Tasche gepackt, um diese nach finalem Umzug ins Auto emotionslos entsorgen zu können.
In den ersten Tagen erkunden wir die Stadt und unser Viertel und kennen bereits die besten Cafés. Meistens kann man nach der ersten Tasse Kaffee einen deutlich günstigeren Refill bekommen, kein Wunder das wir hier zuschlagen. Zufällig kommen wir am ersten Tag bei dem libanesischen Fest vorbei, wo sogar das Finale der Fußball-Europameisterschaft übertragen wird und man sich gleichzeitig an köstlichem Essen satt essen kann.
An der Waterfront kann man gemütlich spazieren gehen oder Schiffe beobachten. Auch an Souvenirläden und Fast Food Läden fehlt es nicht, Fish and Chips und die typischen Lobster Rolls werden angeboten. Mit der Fähre kann man nach Dartmouth fahren, von hier startet der Hafen-Spaziergang für ca. 3 km bis zur nächsten Fährstation und man bekommt einen ganz guten Überblick über den Hafen. Ein Besuch bei dem viel beworbenen Farmer Market ist nett, jedoch sind wir von dem Angebot etwas enttäuscht. Unter der Woche hat nur ein Bruchteil der Geschäfte geöffnet, sodass wir nach 10 Minuten alles gesehen hatten. Was uns jedoch ausgesprochen gut gefallen hat, sind die bunten Liegestühle vor der Halle: mit Blick auf die Hafeneinfahrt kann man es sich gemütlich machen, aus Lautsprechern wird man mit schottisch angehauchter Musik zum Verweilen eingeladen, dazu ein frischer Kaffee und strahlender Sonnenschein bei angenehmen 20°C, was will man mehr?

Schiff und Auto. Eigentlich hätten wir unser Auto schon heute, mittwochs (13.07.2016) abholen sollen. Leider ist das Schiff verspätet und soll überhaupt erst donnerstags ankommen. Wie lange die anschließende Abfertigung dauert, konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen, wir rechnen jedoch erst am Montag oder Dienstag mit der Abholung. Zum Glück konnten wir unseren Aufenthalt in der Airbnb-Unterkunft verlängern, da wir uns hier sehr wohl fühlen und uns sehr gut eingelebt haben.

Besorgungen. Die Zeit bis es mit der Reise losgeht nutzen wir für Besorgungen:
Unsere Internetversorgung haben wir gesichert mit einem Vertrag bei Fido, hier zahlen wir 15 CAD für 1 GB Daten und können monatlich kündigen. Ein Prepaid-System ist hier quasi nicht existent und deutlich teurer (beim gleichen Anbieter hätten wir für 1 GB 60 CAD zahlen müssen).
Da wir mit Schraubkartuschen kochen (MSR, Pocketrocket) haben wir uns auf die Suche nach den günstigsten Kartuschen begeben. Fündig geworden sind wir bei Canadian Tyre (davon gibt es in jeder Stadt einige), außerdem haben wir bei MEC passende Kartuschen für ca. 30% weniger gefunden und uns für die nächsten Wochen eingedeckt. Als zweites System verwenden wir einen Spirituskocher. Nachdem wir in Supermärkten, Drogerien und Baumärkten erfolglos nach Spiritus gesucht haben, wurden wir tatsächlich fündig, ebenfalls bei MEC und unter dem Namen Methyl Hydrate, allerdings mit 4,50 CAD pro Liter deutlich teurer als in Deutschland, was die Freude kaum trüben kann. Als wir mit unseren Errungenschaften, 5 Liter Spiritus und 4 großen Gaskartuschen durch den Laden laufen sind sogar die sonst so entspannten Kanadier sehr belustigt und fragen ungläubig, was wir vorhaben.
An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an Steffi und Daniel für diesen Einkaufs-Tip! Wir wünschen euch einen guten Start und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

Vorläufiges Fazit. Insgesamt sind wir von Halifax positiv überrascht. Entgegen der Erwartung gibt es hier viele süße Cafés und Pubs, die Atmosphäre gefällt uns sehr und das Publikum der Universitätsstadt ist jung und offen. Auch wenn uns bis jetzt noch nicht langweilig geworden ist, merken wir doch, dass man hier ohne fahrbaren Untersatz nur sehr eingeschränkt mobil ist. Unsere Fahrt zum Strand ist gescheitert, da der Bus zwischen 9 und 16 Uhr leider nicht fährt… Andere Strände sind ohne mindestens 6 km zu Fuß gehen zu müssen quasi unerreichbar. Umso mehr freuen wir uns auf das Hottahü und darauf, dass die Reise endlich (so richtig) los geht!

 

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