Kolumbien II – Punta Gallinas oder der nördlichste Punkt Südamerikas

Kolumbien II – Punta Gallinas oder der nördlichste Punkt Südamerikas

Ganz im Norden Kolumbiens erkunden wir den nördlichsten Punkt Südamerikas, Punta Gallinas auf der La Guajira Halbinsel. Über eine Salzebene erreichen wir die Wüste und begegnen den indigenen Wayuus, die in diesem Gebiet leben…

La Guajira – Halbinsel im Norden Kolumbiens

Nun also die Halbinsel La Guajira! Wie immer üben besonders abgelegene und schwer zu erreichende Orte auch gleichzeitig eine besondere Anziehungskraft auf uns aus. Genauso ein Ort ist La Guajira ganz im Norden Kolumbiens.

Wüste, Staub und Einsamkeit sollen hier auf Dünen und türkise Lagunen treffen. La Guajira soll damit eine der landschaftlich spektakulärsten Regionen darstellen und vor allem einen Gegensatz zu dem bergigen und grünen Kolumbien geben. Der nördlichste Punkt des südamerikanischen Kontinents ist Punta Gallinas und zu diesem führt nur eine unbefestigte Straße, die teilweise durch Salzebenen verläuft, durch die man sich seinen Weg selbst suchen muss. Ohne eigenes Allradfahrzeug kann man sich nur einer geführten Tour anschließen.

Die wenigen Bewohner der kolumbianisch-venezolanischen Halbinsel gehören zur indigenen Bevölkerungsgruppe der Wayuu. Weit abgelegen von allem, wurde dieses Volk nie von Eroberern unterworfen. Heutzutage arbeiten viele der Familien als Ziegenhirten oder als Fischer, früher hat auch der Salzabbau eine größere Rolle gespielt. Nicht zuletzt fertigen die Frauen der Wayuu die vielen bunten Taschen und anderes Kunsthandwerk wie Hängematten und Armbänder an, die in ganz Kolumbien angeboten werden.

Erste Etappe – Riohacha bis Cabo de la Vela

In Riohacha tanken wir nochmals voll. An der Zapfsäule gucken wir erstmal ungläubig, denn der Preis scheint uns mit 5970 COP/Gallone sehr niedrig zu sein (bisher haben wir immer 8400 COP gezahlt). Der Tankwart versichert uns aber, dass die Qualität des Diesels, der hier ACPM heißt sehr gut sei. Kurze Zeit später fallen uns die vielen Leute mit Kanistern und Trichtern am Straßenrand auf. Die venezolanische Grenze ist nicht mehr weit und offensichtlich schafft es auch eine stattliche Menge des günstigen Kraftstoffs an den kolumbianischen Straßenrand.

Bis Uribia kommen wir schnell voran auf einer asphaltierten Straße. Wir staunen nicht schlecht, denn die Landschaft ändert sich rapide. Der saftige grüne Wald verschwindet innerhalb von kürzester Zeit und stattdessen wird die Landschaft immer karger und wüstiger.

Uribia gilt als die indigene Hauptstadt Kolumbiens. Für uns ist es auf den ersten Blick nur eine staubige Kreuzung. Auf den zweiten Blick übrigens auch. Wir biegen ab zu unserem ersten Zwischenziel, nach Cabo de la Vela und ab hier fahren wir auf unbefestigten Wegen. Zu beiden Seiten sehen wir nur noch Sand und Staub, einige Büsche wachsen hier und wir sehen nun auch einige Ziegen, die am Wegesrand “grasen”.

 

Zwischenziel in Cabo de la Vela

In Cabo de la Vela ist der Tourismus auf dem aufsteigenden Ast, denn der Ort eignet sich ideal zum Kitesurfen. Die ruhige Bucht ist nur hüfttief und Wind hat es allemal genug. Wir stellen uns auf einen Strandparkplatz und versuchen uns so zu positionieren, dass wir trotz starkem Wind das Dach aufklappen können.

Da wir die letzten Tage viel gefahren sind, beschließen wir, einen wohlverdienten Pausetag einzulegen. Wir schlafen aus und werden gleich morgens von den Wayuu-Kindern eingenommen. Viele kommen mit Armbändern zum Verkaufen angelaufen, andere wollen Kekse und manche sind einfach nur neugierig. Marabella und ihre Freundin machen fleißig Bilder mit Tills Handy und sind ganz irritiert, dass bei uns der Mann das Frühstück zubereitet. Ich frage sie, ob sie heute nicht in die Schule müssen. Es sind Ferien erklären sie mir, und doch fürchte ich, dass viele der Wayuu-Kinder zum Verkaufen und Betteln anstatt in die Schule geschickt werden. Hin und wieder schlendern auch die Frauen mit ihren langen Kleidern an uns vorbei, die meisten wollen etwas verkaufen, viele aber auch etwas geschenkt haben.

So richtig zur Ruhe kommen wir hier mitten im Dorf nicht. Da wir kaum allen Wayuus etwas abkaufen oder schenken können fahren wir außerhalb der Stadt zum Leuchtturm und danach zum Pilón de Azucar, ein kleiner Hügel, von dem aus man die beste Sicht hat. Auf dem Parkplatz gefällt es uns gut und wir planen, hier die Nacht zu verbringen. In der Dämmerung kommen dann aber zwei Jugendliche Getränkeverkäufer zu uns. Der Ort sei nicht sicher, erklären sie uns. In den letzten Monaten haben sich hier venezolanische Flüchtlinge in der Gegend angesiedelt und wir sollen lieber im Dorf übernachten. Auf so eine Warnung verlassen wir uns natürlich und fahren schnell zurück in die Stadt, wo es sicherheitstechnisch keine Probleme gibt. Die beiden Jungs laden wir mit samt ihren großen Kühlboxen auch gleich ins Auto.

 

Ungewisse Fahrt in den Norden

Für die Fahrt auf den nördlichen Teil der Halbinsel ist frühes Aufstehen angesagt, denn wir wissen nicht, was uns unterwegs erwartet. Zum einen fragen wir uns, wie einfach und schnell man den Weg durch die Salzebene findet. Bei Regen weicht der Boden so stark auf, dass die Strecke nicht gefahren werden kann. Da es die letzten Tage nicht geregnet hat, sollte es aber kein Problem sein.

Ein weiterer Punkt, der uns Sorgen bereitet sind die Straßensperren der einheimischen Wayuu. Bevor wir unsere Reise auf die Halbinsel antreten, hören und lesen wir von den illegalen Straßensperren, die einige der Wayuus errichtet haben sollen. Sie spannen ein Seil über die Straße und lassen die Autos nur gegen eine „Spende“ passieren.

Stop and Go durch Straßensperren

In der Morgendämmerung verlassen wir Cabo de la Vela nach Norden. Kaum sind wir von der Hauptstraße auf den unbefestigten Weg Richtung Punta Gallinas abgebogen, treffen wir auch schon auf die erste Straßensperre der Wayúu. Die gespannte Kette ist hier an beiden Seiten fest auf Holzpflöcken verankert, sodass wir bremsen und anhalten müssen. Vor der Schranke steht eine Frau, die uns nur gegen Bezahlung passieren lassen will. Gefordert wird eine Maut von 1000-2000 COP (0,30 – 0,60 EUR). Wir bieten als Alternative einen von unseren mitgebrachten Reissäcken an. Die Frau nimmt diesen gerne an und lässt uns sofort durchfahren.

Schon im Vorhinein hatten wir in dem Reisebericht von Steffi und Daniel von über 40 Sperren gelesen und die Idee einen Sack Reis statt Geld anzubieten gefällt uns gut. Naja, zumindest besser als die Sperren durch Geld zu fördern. Dazu haben wir noch eine große Staude Bananen an Bord und einiges an Klamotten und Spielsachen für die Kinder.

Fünf Sperren passieren wir in Reihe, dann steigt der Pastor José zu uns ins Auto. Er fragt, ob wir ihn ein Stück mitnehmen können und die Rückbank freut sich über den Besuch. Schließlich fahren wir nicht umsonst ein Busch”taxi”. So erfahren wir auch gleich wieder einiges über das Leben der Wayúu. José selbst kommt von dem venezolanischen Teil der Halbinsel und ist hier, um für eine christliche Freikirche zu missionieren. Er beschreibt die wirtschaftliche Situation der Familien hier als sehr schlecht. Das Wasser, das sie trinken kommt zwar aus einem Brunnen, aber sauber wäre es nicht.

Wir passieren nun noch viele weitere Straßensperren von Kindern. Schon die Kleinsten stehen am Wegesrand und halten die Hände auf für ein “Geschenk”. Die Älteren haben gelernt, dass sie mit einem gespannten Seil erfolgreicher sind. Zwar fordern sie Süßigkeiten und Kekse, aber wenn wir das Betteln schon unterstützen, dann wenigstens mit Obst oder Spielsachen. Vor allem etwas plastikfreies, denn der Müll wird hier von dem starken Wind direkt ins Meer geweht.

Unser Glück ist die frühe Uhrzeit, denn an vielen Stationen fahren wir einfach vorbei, weil sie noch nicht besetzt sind. Mehr als einmal sehen wir die Kinder aus dem Haus rennen, um doch noch etwas geschenkt zu bekommen. Insgesamt ist die Stimmung überall sehr angenehm, wir fühlen uns in keinster Weise unsicher oder unwohl. Zu unserem Vorteil haben wir ja auch den Pastor an Bord, der uns die Forderungen der Kinder übersetzt und ihnen in ihrer Sprache zuruft, dass sie die Schranke öffnen sollen. An einigen der Sperren bekommen wir auch Schnecken, Garnelen oder handgemachte Taschen angeboten. Zu gerne hätten wir den Frauen etwas abgekauft, aber an ungekühlte Garnelen mitten in der Wüste wagen wir uns dann doch nicht ran.

Die Fahrt durch La Guajira bringt uns mal wieder zum nachdenken. Wie soll man mit den Forderungen umgehen? Irgendwie haben wir auch Verständnis für die Errichtung der Straßensperren. Es scheint, als würde der Staat die Wayuu hier oben komplett im Stich lassen. Andererseits beharren die Wayuu aber auch auf ihre Unabhängigkeit. Die genauen Hintergründe können wir nicht herausfinden. Wir blicken uns immer wieder fasziniert um, denn die wüstige Umgebung bietet nicht gerade die besten Bedingungen, um sich selbst versorgen zu können. Trotz Gewissenskonflikt, diese Art des Bettelns zu fördern, sehen wir es letztlich als eine Möglichkeit, die indigene Bevölkerung zu unterstützen. Wer in den Norden will, der muss nun einmal definitiv hier durchfahren.

Hui, wir fliegen über das Salz

Dann geht es über die große Salzebene, bei dir wir Zweifel hatten, ob wir den Weg ohne Weiteres finden. Nach jedem Regen wird der Untergrund matschig und unbefahrbar. Dann müssen sich erst neue Wege bilden. Kommt man vom sicheren festgefahrenen Weg ab, kann man schonmal bis zur Achse stecken bleiben. Da müssen wir mit unseren schweren 3,5 Tonnen schon aufpassen. Mehrfach sehen wir auch tiefe Rinnen von Leuten, die es neben der Hauptroute probiert haben.

Zum Glück ist heute alles trocken und wir halten uns an die einfache Regel, immer dem am meist befahrenen Weg zu folgen. Mit locker 80 km/h fliegen wir über die weite Fläche! Als wir den Troopys von den geführten Touren etwas zu eilig hinterherfahren kommen wir zu weit ab vom Weg, denn wie wir später erfahren, steigen die Leute für das letzte Stück auf eine Passagierfähre um. Für uns geht es also außen herum weiter. Zum Glück behalten wir die Karte im Auge, der grobe Wegverlauf ist nämlich gut bei open street maps eingezeichnet. Nach 3,5 h und ca. 30-40 km auf dem salzigen Terrain erreichen wir den nördlichen Teil, die Alta Guajira. Der Untergrund wird hier wieder fester und felsiger. Unseren netten Mitfahrer setzen wir an einem der Häuser ab und zum Abschied spricht er noch ein Gebet für uns. Da kann ja jetzt nichts mehr schief gehen.

 

Punta Gallinas – am nördlichsten Punkt

Ganz oben angekommen ist es erst später Vormittag und in Ruhe können wir die Gegend hier erkunden. Wir erklimmen die Dünen von Taroa, aber der Wind ist so stark, dass uns der Sand schmerzhaft ins Gesicht fliegt und wir die Kamera nicht allzu lange rausholen wollen.

Am nördlichsten Punkt Südamerikas, steht ein alter Leuchtturm und viele Steintürmchen am Strand. Hübsch, aber völlig unwirklich sieht die Landschaft hier oben aus. Das satte Gelb des Bodens stellt einen guten Kontrast zur türkisenen Lagune dar. Die Wege hier oben sind alle gut befahrbar, nur teilweise müssen wir mit etwas Anlauf durch die tieferen Sandpassagen. Bei einem Abstecher an die mangrovengesäumte Lagune, ziehen wir unsere eigene Spur in den Matsch und müssen an Island denken, wo neben der Spur fahren zu hohen Strafen geführt hätte. Hier hingegen stört es niemanden.

Und doch sind es nicht die „Attraktionen“, die uns den langen Weg bis hierher haben fahren lassen, sondern viel mehr das gesamte Abenteuer La Guajira. Die Planung, die Ungewissheit über die Straßenzustände und -sperren, die Abgeschiedenheit und die Begegnungen unterwegs. Der Weg ist das Ziel und macht die Reise so spannend.

Zum Übernachten suchen wir uns die Hospedaje Alejandra aus. Die Besitzer sind sehr nett und wieder einmal stehen wir mitten im Geschehen und sind das Highlight für die Wayúu, die immer wieder neugierig ums Auto schleichen und auf ein Gespräch hoffen. Einer der Angestellten erzählt uns dann, dass die Menschen hier oben keinen Strom haben. Das wundert uns nicht, denn die Hütten sind sehr einfach aus Holz zusammengebaut, wirklich gerade oder stabil sieht keine davon aus. Zum Fußball gucken sitzen sie alle in der Hospedaje, denn ohne Fernseher können sie natürlich nicht auskommen. Den Familien hier am nördlichsten Punkt geht es angeblich gar nicht schlecht, zumindest Straßensperren gibt es hier nicht mehr, dafür aber eine Schule. Die beiden Unterkünfte bauen sogar neue Gebäude an, der Tourismus mit geführten Touren hierher scheint zu wachsen und viele finden hier Arbeit.

Abends treffen sich alle Kinder zum Fußball spielen auf dem Sandplatz. Fußball ist hier ganz groß und Kolumbien ist immerhin ins Achtelfinale der WM gekommen, während Deutschland schon ausgeschieden ist. Dafür werden wir regelrecht ausgelacht! Wir gönnen ihnen natürlich diesen Triumph und lachen einfach mit.

Nachdem wir einen Spaziergang durch die karge Landschaft gemacht haben, fragen wir uns doch, wovon die Menschen sich hier ernähren und finden schnell unsere Antwort. In der Lagune gibt es genug Fisch und wir beobachten wie die Fischer abends rauspaddeln. Vereinzelt laufen auch hier Ziegen herum. Zu den Unterkünften wird alles Notwendige angeliefert, sodass ein typisches Mittagessen serviert wird (Reis, Bohnen, Salat, Fisch/Huhn). Frisches Obst und Gemüse wächst hier oben weit und breit nicht, auch einen Supermarkt gibt es nicht. Zu gerne hätten wir mal bei einer typischen Wayuu-Familie vorbeigeschaut und etwas mehr über ihr Leben hier oben erfahren, aber es ergibt sich leider kein Kontakt zu den zurückgezogen lebenden Menschen.

 

Zurück nach Cabo de la Vela

Auf dem Weg zurück nach Cabo de la Vela treffen wir diesmal auf noch mehr Straßensperren und noch mehr Kinder, die an den Sperren warten. Wir können nicht alle Kinder beschenken, deswegen verwenden wir nun oft das Wayuu-Wort für bitte öffnen “uttará!”, welches wir von dem Pastor gelernt haben. Meist sind die Kids so verdutzt, dass sie schnell ihr Seil fallen lassen. Das finden wir respektvoller, als sich einfach mit schnellen Geschwindigkeiten durch die Seile „durchzuhupen“, so wie es viele hier machen.

An der letzten Sperre wollen wieder zwei Leute mitgenommen werden und kurzerhand sitzen erneut zwei Wayuu auf unserer Rückbank. Eigentlich wollten wir von hier aus eine alternative Route über die Küste bis Uribia fahren, mit unseren Gästen nehmen wir aber natürlich den schnellsten Weg über die kerzengerade Schotterpiste, wo das Abenteuer La Guajira auch schon wieder zu Ende ist.

 

Arepa und Ziegen

Pünktlich zur Mittagszeit stehen wir in Uribia und unser Magen knurrt. Praktischerweise sammeln sich hier die Straßenstände und der Grill ist noch heiß. Es gibt Arepas, die ich schon so ähnlich aus Venezuela kenne. Es sind dickere Maisfladen vom Grill, die hier mit Käse gefüllt sind. Nach zwei Arepas sind wir satt für den Tag und froh, nicht noch etwas von dem Ziegenfleisch bestellt zu haben.

Als wir unter dem Dach sitzen und unsere Maisfladen verspeisen müssen wir doch etwas ungläubig grinsen. An der ganzen Straße reihen sich die Grills und ausnahmslos alle bieten das exakt gleiche an: Arepas und Ziegenfleisch. Vom gleichen Grill, mit den gleichen Getränken. Wir fragen uns ernsthaft, warum sich niemand mal etwas Neues einfallen lässt, um sich von der Masse abzuheben. Offensichtlich endet hier unsere kulturelle Kompetenz.

 

Unser Weg nach Punta Gallinas

 

Tipps und Fazit für La Guajira

1. Straßenbedingungen prüfen

Die letzte große Stadt auf dem Weg nach Norden ist Riohacha. Von hier geht es über die indigene Hauptstadt Uribia bis Cabo de la Vela, mit Restaurants und Unterkünften. Von hier geht es nur per Allrad weiter über die Salzebene bis Punta Gallinas.

Bis Cabo de la Vela ist es eine gut zu fahrende Schotterstraße, ca. 50 km, die für alle Fahrzeuge befahrbar ist. Von Uribia bis hierher haben wir 1,5 h gebraucht.

Von Cabo bis Punta Gallinas sind es etwa 120 km Dirt Road. Wir waren 3,5 h unterwegs. Vor dem Losfahren sollte man sich in Cabo de la Vela unbedingt nach dem aktuellen Zustand erkundigen, denn bei Nässe kann der Weg über die Salzebene schnell unbefahrbar sein! Wir würden diesen Teil der Strecke nur mit einem Allradfahrzeug empfehlen, da es in Teilen matschig oder tiefsandig sein kann. Die lokalen Touranbieter nutzen Troopys, das will schon etwas heißen.

Bei Trockenheit findet man den Weg durch die Salzebenen sehr einfach, man folgt einfach den meistbefahrenen Spuren. Auf Hin- und Rückweg haben wir unterschiedliche Routen gewählt und beide haben uns zum Ziel geführt. Ein GPS mit OSM oder Maps.me Karte geben zusätzliche Sicherheit, unseren GPX Track gibt es am Ende des Beitrags. Ansonsten haben wir auch viele andere Fahrzeuge gesehen, man ist hier also nicht völlig auf sich allein gestellt. Wer sichergehen will, kann sich von Cabo de la Vela einer Tour anschließen oder einen Guide ins Auto laden. Wer eine Land Cruiser Tour folgt: die Passagiere steigen für das letzte Stück aufs Boot um und werden auf der anderen Seite von einem anderen Tourfahrzeuge abgeholt. Der Landweg verläuft weiter östlich, also nicht wundern, wenn die Tourfahrzeuge plötzlich weg sind.

2. Vorher volltanken

Von Riohacha bis Punta Gallinas und wieder zurück sind es ca. 550 km. In Uribia haben wir die letzte echte Tankstelle gesehen, danach gibt es Kanister und Trichter, ob hier auch Diesel verfügbar ist, wissen wir nicht.

3. Unterkünfte und Restaurants

Beides gibt es in Cabo de la Vela und in Punta Gallinas.

In Cabo de la Vela haben wir frei am Strand gecampt, vom freien Campen außerhalb der Stadt (Pilon de Azucar) wurde uns abgeraten. Im Dorf gibt es zahlreiche Restaurants. In Punta Gallinas hat uns die Hospedaje Alejandra sehr gut gefallen und die Besitzer waren sehr freundlich. Das Essen war einfach aber gut. Plätze zum freicampen gibt es hier oben mehr als genug.

Internet: In Cabo de la Vela hatten wir noch Claro Empfang, in Punta Gallinas gab es an manchen Stellen noch Edge-Empfang.

4. Straßensperren

Variable Anzahl und Orte. Auf dem Hinweg waren es bei uns ca. 10-15, auf dem Rückweg in etwa 20 Sperren. Schon vor Cabo de la Vela haben wir die ersten Seile liegen sehen, definitiv kommen die Sperren aber nach dem Abzweig nach Punta Gallinas.

Bezahlt haben wir nie, stattdessen hatten wir Reis und Obst dabei, auch nach Wasser in Beuteln wurden wir gefragt. Kinder freuen sich auch über kleine Spielsachen, Bücher, Stifte etc. Es ist eine persönliche Entscheidung, aber Bonbons oder Süßigkeiten finden wir sehr unpassend.

Alle waren freundlich, auch die Kinder, die nichts bekommen haben. Es ist eine moralische Entscheidung und man muss sich damit abfinden, dass man nicht alle Wayuus versorgen kann.

5. Sicherheit

Wir hatten weder Probleme, noch haben wir uns zu irgendeinem Zeitpunkt unsicher gefühlt! Vom freien Campen beim Pilon de Azucar bei Cabo de la Vela wurde uns allerdings von den Einheimischen abgeraten, in Cabo de la Vela selbst ist freies campen kein Problem.

6. Lohnt es sich?

Wir finden JA! Es ist eine einzigartige und abgelegene Region, die ganz anders ist als der Rest Kolumbiens. Es ist viel Fahrerei, aber die Landschaft und die Strände sind einmalig. Und das Hottahü hatte sich längst mal wieder aufs Offroad fahren gefreut 😉

Mehr Action gefällig? Cabo de la Vela bietet sich für einen Kitesurf-Kurs an. Wer mag kann bei der Hospedaje Alejandra in Punta Gallinas auch noch eine Bootsfahrt auf der Lagune buchen, denn dort kann man Flamingos sehen.

 

Unsere Route nach Punta Gallinas

 

GPX-Track zum Download: Route Hottahue Punta Gallinas

 

Reisezeit: 25.06.18 – 30.06.18

4 Gedanken zu „Kolumbien II – Punta Gallinas oder der nördlichste Punkt Südamerikas

  1. Hallo Katrin und Till.
    Wieder habe ich euren tollen Blog gelesen.
    Ja, ich kenne es aus Mexico, dass Eltern ihre Kinder nicht zur Schule, sondern zum Verkaufen schicken. Habe mich mehrfach mit den Kindern unterhalten. Sie würden lieber in die Schule gehen, sie haben leider keine Wahl. Die Not ist groß, die Familien brauchen jeden Peso zum Leben.
    Wenn die Kinder nichts nach Hause bringen, werden sie geschlagen. Die indigenen Völker werden einfach vergessen vom Staat.
    Das finde ich sehr traurig.
    Mir gefiel gut, dass ihr Obst, Reis etc. geschenkt habt, um die Strassensperren zu passieren.
    Wunderschöner Bericht, auch die Bilder.
    Weiterhin wünsche ich euch sehr schöne Erlebnisse.
    Liebe Grüße
    Eure Ulli

    1. Hallo Ulli,
      ja es ist traurig zu sehen, wie schon die kleinsten Kinder zum betteln geschickt werden. Es scheint für viele die einfachste und einzige Möglichkeit zu sein. Soweit wir es verstanden haben, wollen die Wayuu ihre Unabhängigkeit vom Staat behalten. Damit bekommen sie aber auf der anderen Seite auch keine Unterstützung.
      Liebe Grüße, Katrin und Till

  2. Hallo Ihr Weltenbummler , wissbegierig verfolge ich weiterhin Eure Welthopserei. Einfach herrlich in solche Ecken zu kommen ohne irgendwelche Vorbehalte, sich einfach treiben zu lassen und nicht wisse was morgen ist. Die schönen Fotos inspirieren und runden das Ganze ab. Weiterhin gutes Hopsen durch die Welt. Das Tantchen. Bis bald.🍀🍀⛷

    1. Hallo Tantchen,
      ja wir genießen es sehr, uns treiben zu lassen und uns vom Leben unterwegs und der Welt überraschen zu lassen. Wir freuen uns, dass du unsere Welthopserei mitverfolgst!
      Es grüßen ganz herzlich deine Weltenbummler! Bis bald!

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