Mexiko VIII – Dia de los Muertos in Oaxaca

Mexiko VIII – Dia de los Muertos in Oaxaca

Wir erleben Mexikos wichtigsten Feiertag in Oaxaca und werden Zeuge eines bunten und schrillen “Dia de los Muertos”. In der Overland Oasis in El Tule bleiben wir gleich eine ganze Woche und die Surfbretter ziehen endlich in ihre neue Halterung.

Der „Tag der Toten“ ist in Mexiko unter dem Begriff Dia de los Muertos bekannt und ist ein ganz besonderer Tag in Mexiko – wenn nicht sogar der wichtigste Tag des Jahres. Schon bei der Einreise nach Mexiko im Juni haben wir darauf spekuliert, Anfang November noch im Land zu sein, um diese besonderen Tage (31.10. – 02.11.) miterleben zu können.

Wir haben gehört, dass die Festlichkeiten in Oaxaca besonders schön sind und das passt zufällig genau in unseren Zeitplan. Am ersten November fahren wir in der Innenstadt von Oaxaca auf den Parkplatz auf dem wir auch die Nacht verbringen, so sind wir mitten im Geschehen. Schon auf dem Weg hierher haben wir Verkaufsstände und Pickup-Trucks voll mit orange- und rotfarbenen Blumen gesehen. Orange, die Farbe der “Blume der Toten” lässt sich aus dem Jenseits gut erkennen und ist damit als Wegweiser sehr gut geeignet. Auf den Märkten unterwegs haben wir uns bereits mit Calaveras de Dulce eingedeckt, Totenschädel zum Naschen aus Schokolade oder Marzipan. Auch das Pan de Muerto (Totenbrot) testen wir, es ist eine Art Hefezopf mit Zucker.

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Besuch aus dem Jenseits

Schon mittags auf unserem Stadtrundgang bekommen wir einen ersten Eindruck von den Feierlichkeiten. Wir merken schnell, was wir schon geahnt hatten: der Tag der Toten ist keine Trauerveranstaltung, ganz im Gegenteil, wir finden ein buntes, lautes und mitreißendes Fest!

Der Tod wird in Mexiko als Teil des Lebens gesehen. Er beendet zwar das Erdenleben, aber nicht die Existenz der Seele. Es herrscht die feste Überzeugung, dass die Seelen der Verstorbenen an diesen Tagen zurückkehren, um ihre Familien zu besuchen. Dementsprechend ist die ganze Stadt mit Symbolen des Todes dekoriert. Totenschädel und Skelette die hier La Catrina genannt werden sehen wir überall. Traditionelle Totenaltäre und Gabentische gibt es an zentralen Plätzen in der Stadt, aber auch in vielen Wohnzimmern. Gute Gerüche und schöne Farben sollen dem Toten Freude bereiten. Die Tische sind reich gedeckt mit den Lieblingsspeisen und Getränken der Verstorbenen und dienen den Toten als Stärkung nach ihrer langen Reise. Von der Kathedrale aus schließen wir uns dem Lichterumzug zum Friedhof an. Hier gibt es eine Bühne mit Live-Musik und alles ist mit den orangenen Totenblumen geschmückt. Die bunten Blumen weisen den Toten den Weg zum Grab, denn hier wird freudig gepicknickt und mit den Verstorbenen gefeiert. Es ist eine ausgelassene Stimmung.

Abends weiten sich die Feierlichkeiten auf die ganze Innenstadt aus. Es kommen immer mehr kostümierte Leute auf die Straße, das Gesicht kann man sich an jeder Ecke als Totenkopf „La Catrina“ schminken lassen. Ein Angebot das fast alle benutzen, passend dazu gibt es viele Kostümierte, das kennen wir bei uns nur von Fasching. Den ganzen Abend und die ganze Nacht wird gefeiert, es finden Umzüge statt und die besten Kostüme werden prämiert. Wir sind fasziniert von der ganz anderen Interpretation der „Tage der Toten“. Ein freudiges Fest im Andenken an die Verstorbenen statt stille Andacht auf dem Friedhof. Das müsste in Deutschland an Allerheiligen mal jemand wagen…

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Erholsame Tage in der Overland Oasis

Wir versuchen beim Tag der Toten solange wie möglich durchzuhalten und mitzufeiern, aber Magenkrämpfe von Katrin zwingen uns irgendwann auf den nach-Hause-Weg. Die Umstellung auf mexikanisches Essen fordert eben ihren Tribut. Nach einer unruhigen Nacht auf dem Stadt-Parkplatz geht es am nächsten Tag dann zur Overland Oasis in El Tule. Calvin und Leanne haben hier ein kleines Paradies und Treffpunkt für Overlander aufgebaut. Zum Glück hatten wir vorab reserviert, denn zum Dia de los Muertos haben sich alle Overlander hier versammelt. Wir sehen Horst und Valerie wieder und lernen Christian und Kerstin (together-on-tour.de) mit ihrem VW-Bus endlich persönlich kennen. Während ich für zwei Tage im Bett bleibe um endlich mal alles auszukurieren, was sich in den letzten Wochen angesammelt hat, arbeitet Till fleißig an der neuen Surfbrett-Halterung. Der Platz ist perfekt, denn Calvin der selbst viele Jahre an Baja1000 Autos geschraubt hat, besitzt alle Werkzeuge, die wir ganz selbstverständlich mitbenutzen dürfen. Die neuen Schienen werden ans Auto geklebt und auch die gebogenen Aluschienen passen genau. Die hatten wir schon in Mexiko-Stadt anfertigen lassen und seitdem mit uns herum gefahren. So vergeht wie im Nichts eine ganze Woche bis wir ausgeruht weiterziehen. Zum Abschied dürfen wir im Garten noch die reifen Bananen pflücken, frischer geht es nicht und Leanne versichert uns, dass sie sowieso nicht mehr weiß wohin mit all den reifen Früchten.

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Fahrt an die Küste

Nach langem hin und her überlegen wollen wir doch den Abstecher an die Küste wagen, zwar soll es dort noch heiß sein, aber dem Reiz, das Surfbrett nochmal auszupacken können wir einfach nicht widerstehen.

Auf dem Weg zur Küste machen wir noch einen Abstecher nach Hierve el Agua, den versteinerten Wasserfällen. Wir können direkt hier campen und sind somit die ersten morgens um 8 und nutzen die Zeit, um einige schöne Bilder zu machen. Die mit Wasser gefüllten Becken und der einsame Baum am Rand sind hier die eigentlichen “Attraktionen”. Die Ruhe des Wassers und die Formen des ausgewaschenen Steins sehen im Morgenlicht wirklich wunderschön aus. Eine kurze Wanderung führt uns zu einem Aussichtspunkt oben am versteinerten Wasserfall. Wir sehen die kleine Quelle, aus der noch immer Wasser sprudelt und das sich den Weg über die Kante bahnt und damit den Wasserfall immer weiter wachsen lässt.

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An der Pazifikküste warten die Wellen auf uns und wir ziehen gleich morgens weiter. Ob sich der Abstecher zur Küste gelohnt hat, erfahrt ihr aber erst im nächsten Bericht…

Reisezeit: 01.11.17 – 08.11.17

Oaxaca – El Tule – Overland Oasis – Hierve el Agua

2 Gedanken zu „Mexiko VIII – Dia de los Muertos in Oaxaca

  1. Hallo Ihr Zwei,

    lesen muss ich morgen in aller Ruhe, denn jetzt müssen noch ein paar Geschenke für meine kleine Großnichte verpackt werden und später ist Bescherung!
    Aber ich möchte wenigstens schnell ein paar herzliche Weihnachtsgrüße auf den Weg bringen und Euch auf diesem Wege alles Gute für 2018 wünschen.
    Sicherlich werden es für Euch so “ganz andere” Feiertage werden!?
    Herzliche Grüße, Eure Ute

    1. Hallo Ute,
      Frohe Weihnachten wünschen wir auch dir zu Hause!
      Für uns war es das erste Weihnachten mit dem Auto (letztes Jahr waren wir ohne Hottahue in Kuba) und wir haben es uns an einer Lagune gemütlich gemacht, Plätzchen gebacken und mit zwei anderen deutschen Paaren gemütlich zu Abend gegessen. Ganz anders und trotzdem sehr schön. Eine Bescherung gab es für uns nur indirekt, die neuen Reifen kamen quasi passend zu Weihnachten.
      Herzliche Grüße nach Deutschland, Till und Katrin

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