Nicoya-Halbinsel in Costa Rica

Nicoya-Halbinsel in Costa Rica

Von San Jose drehen wir eine Runde auf der Nicoya-Halbinsel. Der Umzug vom Luxus in unser kleines zu Hause fällt schwer und auch auf der Halbinsel stellt sich nicht die erwartete Reiselust ein. Wir brauchen Veränderung und fahren kurzerhand zurück nach Nicaragua…

Die letzten vier Wochen sind wir gemeinsam mit Barbara und Reiner durch Costa Rica gereist. Nun sind wir wieder zu zweit und genießen ein letztes Mal den fertig gedeckten Frühstückstisch im Hotel Don Carlos in San Jose. Die Teller werden hoch gestapelt mit leckeren Sachen, vor allem Gallo Pinto, denn Reis mit Bohnen gehören zum typischen Frühstück. Nach mehreren Monaten in Zentralamerika haben wir damit nun wirklich kein Problem mehr.

Schweren Herzens räumen wir das geräumige Hotelzimmer mit eigenem Bad und heißer Dusche. Wir bringen zwar alles wieder ins lange vergessene Hottahü, aber irgendwie hat nichts mehr seinen Platz, der Gang steht voll und die Umgewöhnung fällt schwer. Das Besorgen einer neuen Batterie lenkt uns vom Chaos ab. Seit einigen Tagen schon müssen wir das Auto per Zusatzbatterie starten, da muss Ersatz her. Glücklicherweise gibt es in Costa Rica nicht nur normale Toyota-Händler, sondern gleich eine ganze Toyota-Stadt. Tatsächlich ist eine passende Batterie vorrätig, aber schließlich sind wir ja auch in einem der Land Cruiser Länder schlechthin. Auch der Preis stimmt, vor allem wegen dem 20% Rabatt, den wir heute bekommen. Das Gesparte wird dann direkt in ein neues Land Cruiser Shirt für Till investiert, Souvenirshoppen an ungewöhnlichen Orten.

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Wieder zu Hause

Mittags schlagen wir den Weg zurück in den Norden ein. Hier wartet nämlich die Nicoya-Halbinsel noch auf unseren Besuch.

Übernachten wollen wir bei einer Öko-Ranch, zu der wir es kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch schaffen wollen. Leider haben wir Pech, denn die Ranch ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ärgerlich! Mangels Alternativen stellen wir uns über Nacht zu einer Tankstelle, immerhin ein sicherer Standplatz und die Tankstelle hat 24 h geöffnet. Da sitzen wir also gestresst und müde mitten im vollgestopften Auto bei Hitze und lärmender Hauptstraße nebendran. Der Kontrast zu den letzten vier Wochen (Costa Rica I) hätte größer nicht sein können. Vorbei ist der Hotel- und Bungalow-Luxus, vorbei die Zeit der Frühstücksbuffets und Gourmetkost. Mit einem Schlag sind wir wieder im echten Leben angekommen, willkommen zu Hause! Nichtsdestotrotz liegen wir um halb 8 im Bett und schlafen so gut wie lange nicht mehr. Es geht eben nichts über das eigene Bett und da auch das Dach wieder einwandfrei funktioniert, haben wir Platz und Durchzug.

Am nächsten Morgen sieht die Welt dann auch schon anders aus. Spätestens als die örtliche Polizei bei uns vorbeischaut und neugierig ins Auto gucken will ist die Welt wieder in Ordnung. Wir posieren für ein Foto und lassen uns erklären, dass die Land Cruiser in Costa Rica nur zum Gefangenentransport verwendet wird.

Doch, es fühlt sich gut an, wieder zu Hause zu sein!

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Unerwartetes Wiedersehen

Als wir gerade Richtung Nicoya-Halbinsel aufbrechen wollen, erreicht uns die Nachricht von Stefan und Yasmin, dass sie heute in Liberia sind. Das liegt zwar nicht auf dem Weg, aber was solls. So verbringen wir noch einen schönen Abend mit den Beiden, bevor sich am nächsten Tag die Wege erneut für unbestimmte Zeit trennen.

Nicoya-Halbinsel

Bevor wir auf die Nicoya-Halbinsel durchstarten, wartet in Nicoya ein ganz besonderes Treffen auf uns, denn Timo aus Deutschland hat uns über das Buschtaxi-Forum gefunden und zu sich eingeladen. So sitzen wir Sonntagnachmittags bei seinem Schwager mit Kaffee und Kuchen auf der Veranda. Natürlich hat ein Auswanderer einige Geschichten auf Lager und mehr als einmal lachen und staunen wir über das Leben in Costa Rica. Die Nacht verbringen wir dann auf Timos Grundstück, denn praktischerweise hat er einen Teak-Wald der sich als der perfekte Stellplatz herausstellt.

Morgens kümmern sich die Männer dann noch um die verbogene Heck-Stoßstange (kleine Schramme aus Guatemala) und mit Hilfe von einem Spanngurt und dem Gewicht der Beiden wird alles wieder geradegerichtet. Zum Abschied werden wir dann noch mit seinem selbst geräucherten Schinken überrascht, den wir eisern einteilen und jede Scheibe sehr genießen! Timo weiß sich eben zu helfen und macht alles selbst, was der costa-ricanische Supermarkt nicht hergibt. Wir sind seine mittlerweile die 42. Besucher aus Deutschland, die hier in den letzten Jahren durchgefahren sind. Lieber Timo, danke für die Einladung und die schöne Zeit!

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Vom Nicht-Surfen und Entscheidung treffen

Die Nicoya-Halbinsel im Nordwesten des Landes ist vor allem bei Strandurlaubern beliebt. Im Norden sind es hauptsächlich Hotelburgen, im Süden soll es ruhiger sein. Für jeden ist hier der passende Strand dabei. Die Playa Tamarindo im Norden wird von den Einheimischen scherzhaft „Playa Tamagringo“ genannt. Zum Party machen sicher brauchbar, für uns der pure Horror. Deshalb haben wir Santa Teresa im Süden der Halbinsel ins Auge gefasst. Hier geht es ruhiger zu und das gemütliche Dorf ist mit kleinen Cafés und einem Bioladen ist eher alternativ angehaucht.

Wir verabschieden uns von Timo, denn wir wollen endlich mal wieder die Surfbretter auspacken und dafür fahren wir nach Santa Teresa. In einem Hostel direkt am Surfspot können wir campen. Allerdings sind die Bedingungen nicht optimal. Für die Pointbreak haben wir das falsche Board und so packen wir nach zwei Tagen wieder zusammen und ziehen weiter.

Auf dem Südteil der Halbinsel drehen wir noch eine Runde. Die Regenzeit hat noch nicht begonnen und die Straßen sind entsprechend gut befahrbar. Zwar sind es hier generell nur unbefestigte Straßen, aber der Zustand ist sehr in Ordnung. Von diesem Teil der Halbinsel haben wir aber auch schon ganz andere Bilder gesehen. Überschwemmte Straßen und entsprechende Wasserdurchfahrten sind dann notwendig. Das bleibt uns diesmal zum Glück (Katrin) oder auch leider (Till) erspart.

Trotz leckerer Cashew-Marmelade, die wir mit Hilfe des neuen Mixers zubereiten können und neuen Smoothie-Kreationen kommen wir nicht richtig an. Auch die kleinen Cafés und weißen Sandstrände mit unzähligen wunderschönen Stellplätzen können uns gerade nicht mehr begeistern. Irgendwie finden wir hier nicht den richtigen Platz zum Verweilen. Hinzu kommt, dass wir nach knapp zwei Jahren unterwegs so langsam eine Entscheidung treffen müssen. Wann wollen wir von Panama nach Kolumbien verschiffen? Wollen wir so schnell wie möglich in die kühlen Berge Kolumbiens flüchten oder die Verschiffung vertagen und uns dem ganz dem Surferleben hingeben? Wir arbeiten fieberhaft an einem Masterplan. Schließlich entscheiden wir, zunächst Nicaragua zu erkunden. Von den Surfbedingungen dort wollen wir unsere weiteren Pläne abhängig machen.

Deshalb fahren wir nun doch auf direktem Weg nach Nicaragua, schneller als gedacht. Wir sammeln in Santa Teresa noch zwei deutsche Backpackerinnen ein, die schockiert sind über die teuren Sammeltaxi-Preise und setzen sie in Tamarindo ab.

Für die letzte Nacht in Costa Rica haben wir uns die Finca Cañas Castilla kurz vor der Grenze ausgesucht. Ein Schweizer Paar hat hier einen tollen Platz geschaffen. Mitten im Grünen turnen die Affen über uns und am nächsten Morgen erkunden wir doch gleich noch ein paar Wanderwege auf dem Grundstück. Dann fahren wir zur Grenze und nehmen vorerst Abschied von Costa Rica.

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Route Costa Rica II

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Route als GPX-Datei

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Reisezeit: 13.04.18 – 19.4.18

Route: San Jose – Liberia – Nicoya – Santa Teresa – Tamarindo – Liberia

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