Vancouver – Zimmer statt Auto und Goodbye, Canada

Auf uns warten einige Tage in Vancouver. Hier haben wir uns zum ersten Mal seit Beginn der Reise wieder ein Zimmer gemietet. So ist es einfacher die Stadt zu erkunden und auch das Auto ist sicher untergestellt.

Zimmer statt Auto in Vancouver

Von Salt Spring Island kommen wir spät in Vancouver an und müssen bis zur Zimmerübergabe noch eine Nacht überbrücken. Als wir uns schon freuen, nach kurzer Zeit einen tollen Schlafplatz gefunden zu haben, werden wir zum ersten Mal seit Beginn der Reise weggeschickt. Selbst schuld, vor dem Parkplatz war eine Schranke die wir beim Reinfahren wohl übersehen hatten. Also weiter kreuz und quer durch die Stadt. In einer Sackgasse im Neubaugebiet werden wir dann schließlich fündig. In solchen Situationen sind wir froh, das Dach zugeklappt lassen zu können und ganz unauffällig unten schlafen zu können.

Gleich morgens am nächsten Tag können wir unser Airbnb-Zimmer beziehen. Kistenweise schleppen wir den gesamten Inhalt des Autos ins Zimmer und fühlen uns sofort wie zu Hause. Tagelang putzen wir das Auto von innen und außen und waschen was das Zeug hält. Wir genießen vor allem den Luxus jetzt auch bei Regen im Warmen und Trockenen kochen zu können. Das Wetter in Vancouver spielt verrückt, Unwetterwarnung und einige Zentimeter Schnee erleben wir während unserem Aufenthalt. Eigentlich ist das Wetter hier deutlich wärmer und nasskalt, auf Schnee ist niemand eingestellt. Wir merken, wie wir uns erholen und auch unser Schlafbedarf wieder drastisch sinkt. Ständiger WLAN-Zugang und einem Billardtisch sorgen für gemütliche Tage zu Hause.

Am Ende der Zeit in Kanada kassieren wir dann doch unseren ersten und einzigen Strafzettel. Wir parken im Wohngebiet vor unserer Unterkunft, allerdings vor dem Nachbargrundstück. Die Besitzer beschweren sich bei uns, dass wir vor ihrem Haus parken und wir versichern ihnen, in 2 h wegzufahren, immerhin ist noch Platz für mindestens 2 weitere Autos und wir sehen dir Dringlichkeit nicht, immerhin ist es eine öffentliche Straße. Denken wir. Als wir wie versprochen das Auto wegfahren entdecken wir dann den 35 CAD teuren Strafzettel und die Hausbesitzer, wie sie uns hinter dem Vorhang heimlich beobachten. Tatsächlich ist das Parken vor fremden Grundstücken nicht länger als 3 h erlaubt, dennoch sind wir enttäuscht, denn so gemein hatten wir die Kanadier in den letzten Monaten gar nicht erlebt. Wir trösten uns mit dem Gedanken, dass ein Leben in der Großstadt auch in Kanada geregelt sein will.

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Bei unserem ersten Ausflug in die Innenstadt von Vancouver schlendern wir durch das Vergnügungsviertel Gastown und statten auch dem Weihnachtsmarkt einen Besuch ab. Stattliche 8 CAD (ca. 6 EUR) Eintritt werden verlangt, 9 CAD für den Saisonpass. Uns erwartet ein Deutsch angehauchter Weihnachtsmarkt: Bierkrüge, Weihnachtskugeln und Nussknacker aus Rothenburg ob der Tauber und deutsche Volksmusik werden angeboten. Auch kulinarisch kommt uns einiges bekannt vor. Bratwurst, urdeutsch mit Sauerkraut in einem Hotdog-Brötchen (da fragt man sich…) und sogar Weißwurst („vice-vursht“) gibt es. Von unserer Wahl, den Spätzle mit Schweizer Käse werden wir nicht enttäuscht, dazu ein Becher Feuerzangenbowle und prompt kommen Weihnachtsgefühle auf. Neben all den deutschen Ständen finden sich dann auch 2-3 lokale Künstlerstände. Nett war es zwar, aber ein bisschen fehlte doch der Charme. Irgendwie war uns nicht bewusst, dass die Idee Weihnachtsmarkt so deutsch zu sein scheint.

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Erster Skitag in Whistler

Lange haben wir auf Schnee gewartet – jetzt ist er da. Whistler gehört mit dem Skigebiet Whistler-Blackcomb zu den bekanntesten Kanadas und ist das größte Nordamerikas. Attraktiv wird es vor allem durch die Nähe zu Vancouver, gerade mal 90 Minuten nördlich liegt es, auch für uns der perfekte Tagesausflug. Der erste sonnige Tag seit Wochen ist vorhergesagt und den wollen wir nutzen. Die Nähe zu Vancouver muss man allerdings auch zahlen, stolze 28 CAD/Person kostet uns alleine der Tagespass zum Langlaufen. Schnee, Loipen und unpräparierte Wege gibt es dafür aber genug. Schnell sind wir angezogen und auf der Loipe. Endlich wieder Bewegung an der frischen Luft! Spaßig ist es, auch wenn wir das ein oder andere Mal im Schnee landen. Einzige Spaßbremse: die untätigen Wochen und vielen Cafébesuche rächen sich. Unsere (hauptsächlich meine) Fitness lässt sehr zu wünschen übrig und nach den ersten Kilometern stehen wir keuchend neben der Loipe. Eine Hütte zum Einkehren gibt es leider nicht, aber wir schaffen immerhin 12 km an unserem ersten Tag und der Muskelkater begleitet uns weitere Tage. Von unserer Ausrüstung sind wir aber sehr angetan, sowohl in der Loipe als auch im ungespurten Tiefschnee kommen wir gut zurecht. Wir freuen uns auf die anstehende Skisaison!

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Besuch aus Deutschland

Anfang Dezember haben wir dann das Glück Svenja in Vancouver zu treffen, die hier zwischen zwei Flügen stationiert ist. Zusammen mieten wir Fahrräder und radeln durch den Stanley Park immer am Wasser entlang, schön ist es, aber auch eisig kalt. Nach einer Stunde flüchten wir durchgefroren ins Café. Mit einer kleinen Fähre fahren wir dann zu den Markthallen wo wir ausgiebig Einkaufen und zu Mittag essen. Sogar mein Lieblingscamembert Juliette aus Salt Spring Island wird hier angeboten und landet im Einkaufskorb, teuer aber unwiderstehlich. Abends schlendern wir durch Gastown, tauen bei heißem Apfelsaft wieder auf und landen letztlich in einem süßen Pub mit einem Bier, quatschen und kniffeln. Die Zeit vergeht schnell und wir haben uns total gefreut, mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen, schön wars! Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch!

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Weitere Planung. Eigentlich wollten wir direkt von Vancouver in die USA einreisen. Spontan buchen wir aber Flüge nach Kuba, was wir eigentlich von Mexiko aus besuchen wollten. Der Zeitpunkt passt uns aber jetzt deutlich besser und nach Wochen in Kälte und Regen sind wir Reif für Sonne, Wärme und Tapetenwechsel. Wir haben Glück und können das Auto einfach vor dem Haus unserer Airbnb-Unterkunft stehen lassen, alle Wertsachen dürfen im Keller untergestellt werden, sodass wir beruhigt wegfahren.

Nach Weihnachten und 2 Wochen Kuba kommen wir wieder, holen Auto und unsere restlichen Sachen ab und reisen nach knapp 6 Monaten endgültig aus Kanada aus. Wie uns die Abwechslung in Kuba gefallen hat und wie unser Start in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verläuft erfahrt ihr in den nächsten Berichten…

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Reisezeit: 29.11.16 – 9.12.16 und 25.12.16 – 27.12.16

2 Antworten auf “Vancouver – Zimmer statt Auto und Goodbye, Canada”

  1. Hallo Ihr Zwei,
    schön, wieder etwas von Euch zu hören – hatte Eure Berichte schon vermisst!
    Auf diesem Wege aber erst einmal noch ganz viele gute Wünsche für das gerade begonnene Jahr 2017.
    Möge es Euch – bei stabiler Gesundheit – viele neue Erkenntnisse und spannende Erlebnisse schenken!

    Auf den Bericht über Kuba bin ich besonders gespannt, da das in unserer Familie gerade Thema ist.
    Meine Schwester, Elke, und ihr Mann wollen nämlich über Ostern nach Kuba…

    Seid herzlich gegrüßt aus einem zur Zeit recht kalten Braunschweig
    von Eurer Ute

    1. Hallo Ute,
      wir wünschen dir ebenfalls das Beste für 2017! Unser Kubaaufenthalt hat unsere Berichterstattung etwas aus dem Takt gebracht – wir versuchen aber bald wieder aktuell zu berichten!
      Hoffentlich konnten wir deiner Schwester schon einen kleinen Vorgeschmack auf Kuba verschaffen.
      Viele Grüße in das kalte Braunschweig,
      Till & Katrin

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