Unsere Kreditkarte für Langzeitreisen

Egal ob beim Backpacking, Overlanding oder Wochenendtrip, ohne Kreditkarte läuft heutzutage nichts mehr. Wie aber sieht es mit Grundgebühr, Auslandseinsatz und versteckten Kosten aus? Hier beschreiben wir unsere Erfahrungen von unserer Langzeitreise und welche Karte wir mittlerweile nutzen.

Auf was kommt es beim Reisen an?

Abenteuer, Menschen, Natur, Tiere werden sich jetzt viele denken. Stimmt. Aber auf die Kreditkarte? Leider ist Reisen ohne die nötigen finanziellen Mitteln nun mal nicht (oder nur schwer) möglich. Und um an dieselbigen unterwegs heran zu kommen ist eine Kreditkarte inzwischen das Mittel der Wahl. Universell, unkompliziert und vor allem versichert. EC-Karten oder Traveller Cheques gehören schon seit der Jahrtausendwende mehr oder weniger der Vergangenheit an. Sie sind zu teuer und unflexibel oder werden schlicht im Reiseland nicht akzeptiert.

Aber mit welcher Kreditkarte sollte ich auf Reisen gehen? Oder ist das eigentlich egal?

Unser System

Damals – ohne Kreditkarte in Malaysia

Auf einer unserer ersten Fernreisen nach Malaysia mussten auch wir lernen, dass man nicht ausschließlich mit einer deutschen EC-Karte durch die Welt reisen sollte. Nur eine einzige Malaiische Bank akzeptierte unsere deutsche EC-Karte – und auch das nur widerwillig. Wenn überhaupt bekommen wir außerdem nur kleine Beträge ausgegeben. So kommt es wie es kommen musste und nach einigen Fehlversuchen in den vergangenen Tagen stehen wir vor einem Automat der einzigen Bank of Malaysia weit und breit. Wenn wir jetzt keine Ringgit bekommen, können wir nicht mehr weiter fahren und auch das Hostel wäre ein Problem geworden. Dollars oder Euro für den Notfall hatten wir damals nicht im Gepäck. Also Augen zu, PIN eingeben und hoffen.

Glücklicherweise hat der Automat sich damals gnädig gezeigt und uns gleich drei mal die maximal mögliche Summe ausgezahlt. Aber trotz – oder gerade wegen – der großen Erleichterung die wir damals verspürten, erinnern wir uns noch heute an das Rattern eben dieses einen Automaten als wäre es gestern gewesen. Wir haben drei Kreuze gemacht und uns geschworen, dass uns so etwas (dummes) nicht nochmal passiert.

Und heute – Unsere Kredikarte für Langzeitreisen

Pro Person reisen wir mit (mindestens) zwei Kreditkarten

Heute spielt die deutsche EC-Karte auf unseren Reisen keine Rolle mehr. Jeder von uns hat stattdessen zwei unterschiedliche Kreditkarten dabei. Eine „normale“ Kreditkarte, die es meist kostenlos zum Girokonto dazu gibt, und die nur als Ersatz-/Notfallkarte eingesetzt wird falls die Haupt-Karte gesperrt werden muss. Und als zweites die eigentliche Reisekreditkarte (Hauptkarte) mit der wir am Automaten die Landeswährung abheben. Die Haupt- und Ersatzkarten müssen nicht alle von verschiedenen Banken stammen, aber es sollte jeder Karte ein separates Kreditkarten-Konto zugeordnet sein. Also keine Partnerkarten. Das erhöht die Ausfallsicherheit. Auch wenn viele Reisende fast alles mit Kreditkarte bezahlen sind wir, was das angeht, etwas altmodisch. Die Kreditkarte wird nur am Automaten, und wenn es unbedingt nötig ist, eingesetzt. Zumindest außerhalb von Europa oder Ländern wie z.B. Kanada/USA. Auch das minimiert das Risiko, dass jemand die Daten kopiert.

Gesperrte Kreditkarten können immer wieder vorkommen

Was passiert, wenn man sein eigenes System nicht beachtet, lernen wir vor einigen Jahren in Mexiko. Beim ersten (und letzten) Einsatz einer unserer beiden Hauptkarten an einer großen Tankstelle (Pemex) werden prompt unsere Daten kopiert und ein paar Tage später sind mehrere Buchungen von Einkäufen aus den USA auf unseren Kontoauszügen. Zwar bekommen wir alle falsch belasteten Beträge von der Bank wieder, die Karte ist aber erst ein Mal gesperrt und es wartet einiges an Bürokratie auf uns. Außerdem muss uns jemand die neue Karte von zu Hause mitbringen. Ärgerlich. Wir hören aber auch von Reisenden, die seit Monaten mehrmals täglich überall mit Karte zahlen und noch nie Probleme hatten.
In Kolumbien wurden unsere Kartendaten zwar nicht kopiert, aber einer der Geldautomaten war als verdächtig eingestuft, sodass die Bank vorsorglich die Karte gesperrt hatte – auch hier mussten wir zeitweise ohne diese Kreditkarte auskommen.

Notfallgroschen fürs Gewissen

Zusätzlich zu den vier Kreditkarten ist immer ein kleiner Bestand an Barmitteln in Dollar oder Euro dabei, so dass wir in einem Notfall umtauschen könnten. Eine der beiden Währungen wird sicherlich immer getauscht (wenn auch zu einem schlechten Kurs) egal wo auf der Welt man gerade ist.

Was sollte die Karte können?

Bei vielen Begegnungen auf unseren Reisen ist uns aufgefallen wie wenig Beachtung dem Thema Kreditkarte oder Bargeldbeschaffung im Allgemeinen geschenkt wird. Dabei kann man auf einer mehrjährigen Reise schnell einige hundert oder sogar tausend Euro sparen nur mit der Wahl der passenden Kreditkarte. Und auch wer nur ein paar Wochen oder Monate unterwegs ist freut sich über 40 oder 50 Euro mehr in der Reisekasse.

Auf den ersten Blick zu vernachlässigende Kosten wie die Auslandseinsatzgebühr vieler Karten summieren sich im Laufe der Zeit auf ordentliche Summen. Auf was kommt es also an?

Kurz gesagt – billig muss sie sein.

Ich halte wenig von goldenen Karten, die mit Reiseversicherungen, Tankrabatte und sonstige Vergünstigungen werben, dann aber 1,5% für jede nicht Euro-Transaktion berechnen oder ungewollt Zinsen berechnen.

Auslandeinsatzgebühr

Und genau das ist der wichtigste Punkt – die Auslandseinsatzgebühr. Sie fällt bei jeder Transaktion in „Fremdwährung“ (bei uns also alles außer Euro) an. Auch beim Abheben am Geld-Automaten. Wirbt ein Anbieter also mit „kostenloser Bargeldabhebung“ gilt das meistens nur für den Abhebevorgang selbst aber eben nicht für die Währungsumrechnung. Am Ende fallen also doch Gebühren an.

Für das Bezahlen vor Ort (z.B. in einem Hotel) gilt genau das gleiche. Hier ist eine Karte ohne Fremdwährungsgebühr wichtig. Das spart 1-2% der damit gezahlten Kosten.

Automatengebühr

Ein weiterer Faktor ist die Automatengebühr die der Automatenbetreiber (also die ausländische Bank bei der ihr abhebt) erhebt. Leider ist uns zur Zeit kein Kartenanbieter mehr bekannt der die Gebühr zurück erstattet. Tatsächlich hat die Santander 1Plus Kreditkarte (unsere Wahl auf der Panamericana 2016 bis 2018) genau das bis letztes Jahr noch getan und war damit die optimale Reisekreditkarte. Denn auch die 1Plus Karte hatte keine Auslandsgebühren. Nicht Mal eine Jahresgebühr. Inzwischen hat man aber auch dort eine Fremdwährungsgebühr eingeführt…schade. Wir hätten Sie gerne auf der nächsten Reise wieder benutzt, aufgrund der Gebühr haben wir die Karte aber gekündigt.

Jahresgebühr

Die Jahresgebühr – wenn Sie anfällt – könnte man je nach Höhe tatsächlich vernachlässigen wenn alle sonstige Konditionen stimmen. Es gibt aber genug kostenlose Alternativen.

Noch ein paar kleine, nicht ganz unwichtige Details:

Viele Kartenanbieter stellen bei Abschluss des Vertrags eine Teilzahlung für die Karte ein. Das heißt, es werden monatlich nur ein paar Prozent des fälligen Betrags von Eurem Girokonto abgebucht und auf den Rest erhebt der Anbieter Zinsen. Und die sind meist heftig. Streicht das also bei Vertragsabschluss raus oder stellt es im Online-Banking um, sobald die Karte da ist.

Auch die Abbuchung ist nicht einheitlich geregelt. Es gibt Anbieter, die am Monatsende den fälligen Betrag bequem per Lastschrift vom Girokonto einziehen, aber eben auch viele, bei denen Ihr die Rechnung nur per Überweisung begleichen könnt. Das vergisst man gerne Mal und genau darauf setzten die Anbieter natürlich.

Um das zu umgehen gibt es bei einigen Karten die Möglichkeit schon vorher auf Euer Kreditkartenkonto zu überweisen und damit die Karte quasi aufzubuchen (also wie Prepaid). Ihr könnt also z.B. im Februar 2000 Euro auf Eure Kreditkarte buchen und sie dann im März, April und Mai in Ruhe verbrauchen. Da die Karte ja nun im Plus ist, erfolgt auch keine Rechnungsstellung des Kartenanbieters an die Ihr denken müsstet. Und ein zusätzlicher Effekt kann äußerst praktisch sein: Durch das Aufbuchen erhöht sich normalerweise Euer Kartenlimit. Nämlich um genau den Betrag, der von Euch überwiesen wurde.

Also lest Euch am besten alle Bedinungen genau durch und entscheidet dann, welche Karte ihr beantragen wollt.

Welche Karte denn nun?

Barclaycard als Reisekreditkarte Langzeitreise ins Ausland
Barclaycard – unsere Kreditkarte für Reisen im Ausland und Langzeitreisen

Nachdem ja nun die Santander 1Plus die Fremdwährungsgebühr eingeführt hat, mussten wir uns nach einer neuer Kreditkarte umsehen.
Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als gäbe es viele Karten, die ähnlich günstige Konditionen anbieten wie das mal bei der Santander der Fall war, blieb am Ende nur eine Karte für uns übrig. Die Barclaycard Visa** (ehemals New Visa).
Sie war die einzige Karte einer großen Bank bei der man von dauerhaftem und ordentlichem Support ausgehen kann und die keine offensichtlichen „Tricks“ in Ihrer Gebührenstruktur versteckt.

Als kleines Beispiel am Rande: Es gibt eine zur Zeit gern genommene, kostenlose Kreditkarte, die keine Fremdwährungsgebühr erhebt, bei einer „kostenlosen“ Bargeldabhebung aber ab dem ersten Tag Zinsen auf den abgehobenen Betrag berechnet. Dagegen sind dann auch die Fremdwährungsgebühren zu vernachlässigen…

Auch wenn wir die Barclaycard erst seit kurzem benutzen sind die Erfahrungen bis jetzt doch sehr positiv:

  • Beträge sind auf das Konto aufbuchbar
  • Keine Fremdwährungsgebühr
  • Keine Jahresgebühr
  • Sonderleistungen (Ersatzkarte etc.) sind preislich völlig in Ordnung
  • Teilzahlungseinstellung kann bequem online deaktiviert werden
  • Die Beantragung ging extrem schnell (wenige Tage) und wir wurden ständig über den aktuellen Stand per SMS informiert
  • Schönes, übersichtliches und schnelles Online-Portal (es gibt auch eine App)
  • TAN´s werden unkompliziert per SMS versendet
  • Umsätze kann man sich sofort per App, Email oder SMS melden lassen und dabei die Höhe bestimmen ab der ein Umsatz gemeldet wird. Sehr praktisch für unterwegs.

Wenn Ihr die Barclaycard nun ebenfalls beantragen wollt, dann ist hier nochmal der direkte Link zum Online Antrag: Barclaycard Visa beantragen **

Bis jetzt können wir die Barclaycard Visa also absolut empfehlen und werden sie, sollte die Konditionen die gleichen bleiben, auf unsere nächsten großen Reise als Hauptkarte einsetzten.

Eure Hottahüs
Till & Katrin


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