Endlich leckerer Joghurt auf Reisen

Für mehr als zwei Jahre waren wir mit dem eigenen Auto auf der Panamericana unterwegs. Und so schön eine Reise durch fremde Länder auch ist, an manche Dinge kann oder will man sich unterwegs einfach nicht gewöhnen. Dazu gehört für mich auch der gesüßte Joghurt in den meisten Ländern Amerikas. In Mexiko habe ich kurzerhand angefangen meinen Joghurt selbst herzustellen – dieser Joghurt auf Reisen wurde zum echten Klassiker unserer Outdoor-Küche. Die Herstellung ist einfach und lohnt sich wirklich.

Warum ich meinen Joghurt auf Reisen selbst herstelle

Naturjogurt mit frischen Früchten, einen Mango-Lassi oder Müsli mit Joghurt. Joghurt ist eine leckere Zwischenmahlzeit und sorgt für Abwechslung beim Frühstück. Vor allem auf Reisen wo es kein ‘deutsches Frühstück’ gibt und die Auswahl oft eingeschränkt ist. Leider ist ein guter Joghurt in den wenigsten Ländern Bestandteil des Supermarkt Sortiments. Zucker und sonstige Zusätze gehören für mich nicht in einen Naturjoghurt, deshalb habe ich lange Zeit lieber ganz auf Joghurt verzichtet. Die gute Nachricht, es ist gar nicht nötig auf Joghurt zu verzichten, denn man kann ihn ganz einfach selbst machen. Nach über einem Jahr unterwegs habe ich es endlich probiert und mich hinterher gefragt, warum ich solange damit gewartet habe. In diesem Beitrag verrate ich dir und was du gerade beim Overlanding in deiner Outdoor-Küche beachten solltest, wenn du mit dem Joghurt machen anfangen möchtest.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du brauchst:
  • Milch (Kuhmilch oder auch Sojamilch aus dem Supermarkt, es muss keine Frischmilch sein, ich habe oft einfach H-Milch verwendet)
  • Joghurt-Starter-Kultur (Reformhaus in Deutschland oder einfach einen hochwertigen probiotischen Joghurt aus dem Supermarkt. Die kleinen Tütchen mit der Startkultur kann man aber auch sehr gut von zu Hause mitnehmen als Notvorrat)
  • Gläser zur Aufbewahrung, ich verwende Marmeladengläser
  • Vorrichtung für eine konstante Temperatur. Einen Joghurtbereiter habe ich natürlich nicht dabei unterwegs. Braucht man auch nicht. Ich stelle die Gläser in ein Wasserbad und platziere alles in der Sonne. Wenn es mal zu kalt sein sollte, dann kann man das Wasser vom Wasserbad zwischendurch nochmal erwärmen. Eine Thermoskanne funktioniert übrigens auch.
  • (Thermometer, aber es geht auch ohne)
Und so geht’s:
  1. Milch auf ca. 42°C erhitzen (etwas wärmer als handwarm), ein Abkochen vorher ist bei H-Milch nicht notwendig
  2. Joghurt-Kulturen bzw. 4 Esslöffel von deinem alten Joghurt einrühren
  3. In Marmeladengläser umfüllen
  4. Bei konstanter Temperatur (ca. 42°C) für 6-8 h stehen lassen
  5. Einige Stunden oder über Nacht kühl stellen
  6. Joghurt genießen und 4 Esslöffel aufheben, um damit wieder bei Schritt 2 zu starten
  7. Der Joghurt ist mindestens eine gute Woche im Kühlschrank haltbar, eventuell wird er nach ein paar Tagen etwas flüssiger

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Genießen

Ich esse ihn am mit frischen Früchten oder mit Kakao gemischt, auch Leinsamen und Nüsse passen hervorragend dazu. Pur genießen oder als Milchersatz im Müsli. Dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt!

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Probleme und Besonderheiten für unterwegs

Ich stelle meine Kulturen einfach in ein Wasserbad und achte darauf, dass das Wasser ein bisschen wärmer als handwarm ist. An warmen Tagen reicht die Sonne vollkommen aus!

Mein erster Versuch ist übrigens missglückt, ich habe die Milch über Nacht einfach bei ca. 20°C stehenlassen, dabei ist die Milch ausgeflockt und roch sauer und war somit ungenießbar. Auch sollte man die Behälter während der Zeit möglichst ruhig halten, also besser keine Schotterpiste fahren.

Als Variante kann man die Joghurt-Kulturen auch für Sojamilch verwenden und bekommt auf die gleiche Weise Sojajoghurt, der sich hervorragend für laktoseintolerante Personen oder Milchallergiker eignet. Die Konsistenz ist hier meist etwas flüssiger.

Das Prinzip der Joghurt-Herstellung

Man nehme Milch und gebe Starterkultur, sogenannte Milchsäurebakterien dazu und wartet bis diese ihre Arbeit getan haben. Die Arbeit ist in diesem Fall die Umsetzung des Milchzuckers (Laktose) zu Milchsäure (Laktat). Dadurch erhält der Joghurt seinen sauren Geschmack und das Aroma. Durch die einhergehende pH-Wert Senkung wird die Milch dickgelegt. Genauer gesagt verlieren die Caseinmicellen (Hauptproteinfraktion der Milch) ihre Struktur, wodurch die Verdickung hervorgerufen wird.

Warum sich der Aufwand lohnt?

Weil selbstgemachter Joghurt:

  • Total lecker ist
  • Keine Zusätze oder Zucker enthält (im Gegensatz zu fast allem was man in Amerika kaufen kann…)
  • Einfach herzustellen ist
  • man an “Pausetagen” eine sinnvolle Beschäftigung hat

Ich bin gespannt, ob du ab jetzt ebenfalls deinen Joghurt selbst machst auf Reisen und zum genauso großen Joghurt-Fan wirst wie wir. Schreib mir gerne eine Nachricht mit deinen Erfahrungen oder Fragen.

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