Honduras – zentralamerikanisches Allerlei

Honduras – zentralamerikanisches Allerlei

Noch so eine positive Überraschung für uns war die Reise durch Honduras. Angefangen mit der Einladung vom 4×4 Club Honduras in Choluteca, zieht es uns anschließend nach La Mestitia in die “letzte Wildnis Zentralamerikas”. Wir kommen als erstes ausländisches Fahrzeug nach Batalla und werden in dem Garifuna-Dorf herzlich aufgenommen. In Utila auf den Islas de la Bahia tummeln wir uns schließlich unter das Tauchvolk und genießen faule Tage in der Hängematte bevor wir das Land im Eiltempo verlassen…

Grenzübergang zur Mittagszeit

Irgendwie haben wir uns nichts dabei gedacht zur Mittagszeit zur Grenze zu fahren. Die Entscheidung bereuen wir ziemlich schnell, als wir die lange Warteschlange sehen. Kein Wunder, denn die Hälfte der Mitarbeiter isst gemütlich zu Mittag während wir und alle anderen in der Schlange schwitzen. Auch bei der Fahrzeugeinfuhr müssen wir warten bis der Kollege aus der Mittagspause kommt. So langsam sollten wir uns ja daran gewöhnt haben, dass die Uhren in Zentralamerika anders ticken. Und tatsächlich sind wir trotz Hitze recht entspannt.

Im ersten Ort hinter der Grenze versuchen wir als erstes uns mit der Landeswährung Lempira einzudecken. Banken gibt es zwar viele, aber Geldautomaten gibt es in der ganzen Stadt nur zwei. Als wir endlich einen davon gefunden haben steht sogar ein Streifenwagen davor. Super denke ich und fühle mich richtig sicher beim Geld abheben, bis ich beim Rausgehen das Einschussloch in der Frontscheibe des Streifenwagens sehe.

Ausgestattet mit Lempiras können wir nun auch endlich Mittagessen und suchen uns ein nettes Lokal direkt am Dorfplatz. Hierher kommen auch Stefan und Yasmin, denn die nächsten Tage sind wir wieder zu viert unterwegs. Das Wasser kommt hier für uns erstmals aus kleinen Plastiktüten, die man etwas gewöhnungsbedürftig aufbeißen muss und dann aussaugt – die günstige Alternative zu Plastikflaschen.

Honduras und sein Ruf

Zu Beginn ein paar Worte zu Honduras, denn auch dieses zentralamerikanische Land hat einen schlechten Ruf. Die Kriminalitätsrate ist hoch und viele Reisende schenken dem Land deswegen nur wenig Beachtung und durchqueren es an einem Tag, was problemlos geht. Dabei hat Honduras doch so viel zu bieten!

4×4 Treffen in Choluteca

Nach Choluteca führt uns eine besondere Einladung. Yasmin wurde vom 4×4 Club Honduras zu einem ihrer Rennen eingeladen, das hier am Wochenende stattfindet. Wir können direkt bei dem Gastgeber Otto auf dem Gelände campen und sind somit direkt vor Ort.

Die nächsten zwei Tage finden die Rennen statt und wir sind als rasende Reporter mittendrin. Mit Kamera bewaffnet rennen wir jedem der Fahrzeuge den ganzen Parcours hinterher, um die besten Stellen einzufangen. Je nach Kategorie wurde der Parcours angepasst. Angefangen haben die wenig modifizierten Fahrzeuge ohne Sperren. Bei den höher gelegten Fahrzeugen mit Sperre wird der Parcours dann schon spannender und Sonntag mittags kommen dann auch endlich die selbstgebauten Buggies an die Reihe. Ein Bagger hat extra dafür Gräben ausgehoben und diese mit Wasser gefüllt. Die Fahrer geben alles! Teilweise fahren sie sogar ohne Reifen weiter und ein Fahrzeug landet gleich kopfüber im Schlammloch, zum Glück ist niemandem etwas passiert. Wir haben einen Heidenspaß, aber sind auf der anderen Seite auch schockiert, wie viel Geld hier bei den Rennen verheizt wird. In einem Land wie Honduras, dass eigentlich so arm ist.

Abends gibt es Spanferkel und gratis Bier für alle und wir lernen viele der Fahrer persönlich kennen. Viele sprechen Englisch, da sie in irgendeiner Weise Handel mit den USA betreiben. Für uns ist das perfekt, können wir uns hier doch endlich mal wieder richtig unterhalten.

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Ab in die letzte Wildnis Zentralamerikas? La Mestitia!

Wir nutzen die Gelegenheit beim Offroad-Treffen außerdem, um uns nach einer abenteuerlichen Straße im Norden Honduras zu erkundigen. Ein Hinweis im Reiseführer hat mich neugierig werden lassen, denn La Mestitia wird als “letzte Wildnis in Zentralamerika” beschrieben. Kaum ein Tourist würde sich dorthin wagen, denn die Abgeschiedenheit wird auch von vielen Drogenkurrieren auf dem Weg von Kolumbien nach Norden genutzt.

In La Mestitia selbst gibt es wie angekündigt keine Straßen mehr und der Transport ist nur noch über den Wasserweg möglich. Das wir hier nicht weiterkommen ist von Anfang an klar, aber die unbefestigte Zufahrtsstraße bis Batalla wollen wir fahren, um so wenigstens einen ersten Eindruck von dem Gebiet zu bekommen. Eine Fahrt bis zum Ende der Straße klingt doch auch spannend und vielversprechend, oder?

Wie immer befragen wir so viele Leute wie möglich nach der aktuellen Sicherheitslage. Die Antworten könnten hier jedoch nicht unterschiedlicher ausfallen. Während zwei Amis vom Offroad-Treffen uns abraten dorthin zu fahren “Don’t go! They will shoot you!”, fallen alle anderen Urteile positiv aus. Nämlich tranquilo ist die Lage, also alles ruhig! Nur die Straßen seien zurzeit solala wegen dem letzten Regen. Als im letzten Ort Bonito Oriental dann auch noch die örtliche Polizei ihr offizielles OK gibt sind wir beruhigt und fahren gespannt los.

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Es geht los – von Bonito Oriental bis Limón

In Bonito Oriental, zweigt die unbefestigte Straße ab und nun sind es ca. 100 Kilometer bis Batalla, Straßenzustand unbekannt. Am ersten Tag fahren wir bis Limón. Die Straßen sind ausgewaschen, aber viel befahren, auch ein LKW schaukelt vor uns durch die tiefen Fahrrinnen. In Limón finden wir ein Hotel, bei dem wir campen können. Wir laufen abends eine Runde über den Strand und durch die Stadt. Eine Frau spricht uns an und fragt ob wir zu dem amerikanischen Hilfsprojekt gehören würden. Als wir erzählen, dass wir deutsche Touristen sind freut sie sich. Es seien nicht alle Honduraner schlecht betont sie, das Bild, das in den Medien vermittelt wird, stimme nicht mit der Realität überein. Wir bestätigen, dass wir das auch schon bemerkt haben und versprechen, aus unserer Sicht über Honduras zu berichten.

Fahrt bis Batalla – endlich kriegt das Auto Farbe

Am zweiten Tag nehmen wir den Rest der Strecke bis Batalla in Angriff. Vorbei an riesigen Palmölplantagen und Landwirtschaftsflächen fühlt es sich nicht wirklich an wie das letzte Stück Wildnis. Einzig die fehlenden Straßenkarten machen unsere Tour zu einem schwierigen Unterfangen. Der kürzeste Weg, den wir auch auf unserer Karte entdeckt hatten führt in Iriona über eine Fähre und dann das letzte Stück am Strand weiter. Der Fährmann will uns schon eifrig auf seine schwimmenden Bretter winken, als wir erstmal skeptisch innehalten. Lieber lassen wir uns einmal mehr bestätigen, dass seine Fähre auch wirklich 3,5 Tonnen aushält. Er bestätigt es, aber mir wird trotzdem mulmig, wenn ich an diese Überfahrt denke.

Wir erwähnen beiläufig, dass wir bis Batalla weiterfahren wollen und es stellt sich heraus, dass wir dann gar nicht mit der Fähre fahren können, weil eine Lagune Hochwasser hat und kurz vor Batalla Schluss ist. Und jetzt, fragen wir den netten Mann? Kein Problem sagt er und zeichnet mit einem Stock die alternative Route in den Sand.

Wieder fahren wir los und biegen natürlich prompt dreimal falsch ab. Ohne Karte ist die Navigation schwierig, die Straßen sind jetzt teilweise überflutet und nach mehreren tiefen Pfützen sehen auch wir schön schlammig aus. An einer Stelle sind die Fahrrinnen so tief im Schlamm, dass wir stecken bleiben. Zum Glück geht es rückwärts wieder raus und mit viel Gas und Anlauf kommen wir dann auch wieder aus dem Schlamm raus. Uff.

Angekommen am Ende der Straße

Das letzte Stück fahren wir dann am Strand und dann sind wir tatsächlich in Batalla! Wie immer sind die ersten Minuten an einem neuen Ort die spannendsten. Wie ist die Stimmung und wie werden wir aufgenommen? Wo können wir schlafen?

Vor einem Hotel, dessen Existenz hier am Ende der Straße uns doch etwas wundert dürfen wir bleiben. Die Besitzerin wundert sich zwar, dass wir lieber im Auto schlafen wollen als in einem der Zimmer, gibt uns aber für den zweiten Tag großzügigen Rabatt. Quasi alle, die hier leben sind Garifuna, also Menschen mit afrikanischen und indianischen Wurzeln, die sich ihre eigene Sprache und Kultur bewahrt haben. Sowohl wir als auch die Batallaner sind neugierig und wir beäugen uns gegenseitig neugierig. Kein Wunder, denn wir sind die ersten Touristen, die hier JE mit dem eigenen Auto hergefahren sind! Na sowas! Die Hotelbesitzerin verrät aber, dass hier durchaus Touristen herkommen. Sie kommen aber nur mit gebuchter Tour hierher, kommen abends mit dem Pickup an und fahren gleich darauf mit dem Boot weiter in die Wildnis, den Fluss hinauf.

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Unsere erste “Panne” – oh nein!

Als wir uns häuslich einrichten wollen und das Dach aufklappen wollen passiert leider gar nichts. Einer der beiden Dämpfer scheint kaputt zu sein. So ein Mist! Wir haben zwar unser Ersatzbett unten, aber bei der Hitze ist es eine Herausforderung, da es unten eng und schlecht belüftet ist. Es hilft nichts, bis Ersatz da ist, muss es einfach gehen.

Abendlicher Tanz und wir mittendrin

Abends bemerken wir, dass wir nicht nur beim Hotel stehen, sondern auch neben dem “Gemeindezentrum”, wo abends gefeiert wird. Die Musik wird aufgedreht und die Jugendlichen legen sich so richtig ins Zeug beim Tanzen! Wir bewundern ihre gekonnten Bewegungen und Hüftschwünge und fragen uns, wie sie nur so gut tanzen können. Es ist eine wahre Freude zuzugucken!

Als die Party vorbei ist hören wir aus der Nebenstraße noch Trommelgeräusche. Als wir vorbeischlendern und zuhören wollen, wird gleich die Familie herbeigeholt und wir bekommen ein persönliches Ständchen. Es wird getrommelt was das Zeug hält und die Mutter stimmt sogar auf dem Schildkrötenpanzer mit ein.

Es ist unser erster Abend in Batalla und auch wenn es hier nichts gibt, was der Reiseführer erwähnenswert fände, so sind wir doch genau dort wo wir sein wollen. Abseits der ausgetretenen Pfade mit einem Einblick in das echte Leben. Ein Dorf, in dem die Uhren stehengeblieben zu sein scheinen. Eine Mentalität in der gemeinsam musiziert wird und das Leben draußen stattfindet. Die Menschen machen einen entspannten und zufriedenen Eindruck, fast alle haben Arbeit und die wirtschaftliche Situation scheint gut zu sein. Autos gibt es fast nicht, hier fährt man mit der Lancha (Boot). Wir sehen Kinder, die mit Plastikdeckeln von Cola-Flaschen eine Art Memorie spielen und wir sehen Jugendliche, die selbst bereits mehrere Kinder haben. Natürlich gibt es hier auch Probleme. Und doch ist die Stimmung auf den ersten Blick hier so positiv.

Unsere kleine Bootstour

Bei der Hotelbesitzerin erfragen wir, ob sie jemanden kennt, der eine Bootstour mit uns machen kann. Immerhin sind wir zwei Tage bis hierhergefahren und wollen jetzt auch einen Eindruck von dem Dorf und der Umgebung bekommen. Unser Fahrer kommt abends vorbei und versteht erst nicht so richtig was wir wollen. Rumfahren und gucken scheinen für ihn keine sinnvollen Tätigkeiten zu sein.

Am nächsten Tag stellt sich aber heraus, dass er wahre Fremdenführer-Qualitäten besitzt. Er fährt uns ein Stück den Fluss hinauf ins Landesinnere und da erkennen wir auch direkt die kleine Verladestation, an der wir gestern versehentlich mit dem Auto waren und nicht weiterkamen. Lange Kähne stehen bereit und warten auf Kundschaft und Waren, die sie transportieren können. Wir steigen kurz aus und als wir wieder losfahren wollen ist leider das Seil unseres Bootmotors gerissen. Im Schatten sitzend warten wir, bis der Fahrer das Problem behoben hat und kurze Zeit später geht es tatsächlich weiter. Er fährt uns ins gegenüberliegende Dorf Palacio. Eine Militärstation liegt vor dem Dorf, daneben einige kaputte Boote. Das sind die Boote aus Kolumbien, die hier nach mehreren Tagen auf dem Meer anlegen würden, um ihre Fracht umzuladen oder um Vorräte aufzufüllen. Hier ist sie also, die berüchtigte Drogenroute von Kolumbien über Honduras und weiter in den Norden.

In Palacio laufen wir über den Flugplatz und sehen wie der Fisch getrocknet wird. Auch unser Guide lebt eigentlich vom Fischfang, und bald fängt die Hummersaison an, berichtet er freudig.

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Abgeschnitten vom Rest der Welt? Weit gefehlt!

Nachmittags müssen wir uns dringend um die Bestellung von unserem kaputten Dämpfer kümmern. Blöderweise ist genau jetzt unser Claro-Guthaben aufgebraucht. Eine neue SIM-Karte muss her. Wir fragen uns durch und folgen einem Mann durchs ganze Dorf, denn er kennt da jemanden der uns hlefen kann. Unsere Anwesenheit im Dorf ist natürlich längst kein Geheimnis mehr und alle winken uns freundlich aus ihren Vorgärten zu. Das Leben findet hier draußen statt und keiner würde hier auf die Idee kommen im Haus zu hocken. Bei der SIM-Kartenfrau angekommen werden wir erstmal mit einem Mangosaft begrüßt und sitzen sogleich mitten am Familientisch und unterhalten uns. Schließlich bekommen wir doch unsere SIM-Karte, eine weitere Frau lädt unsere Karte per SMS mit Guthaben auf und wir sind wieder online und können den Dämpfer bestellen.

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Zurück nach Bonito Oriental

An unserem zweiten Geburtstag auf Reisen erwachen wir in Batalla. Da es nicht geregnet hat sind die Straßen deutlich besser zu befahren und die 100 km bis Bonito Oriental schaffen wir in 6 Stunden Fahrtzeit. Hier macht Yasmin einen Standplatz hinter der Tankstelle klar, es ist die Farm der Schwester des ehemaligen Präsidenten. Mit Tor und bewaffnetem Wachmann fühlen wir uns sehr sicher. Und obwohl Bonito Oriental so klein ist, finden wir zufällig eine Panadería, die auch Kuchen verkauft und so kommen wir doch noch zu unserem Geburtstagskuchen.

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Bananen und Polizeikontrollen

Um nach La Ceiba zu kommen, wo unsere Fähre nach Utila ablegt, fahren wir immer an der Karibikküste entlang. Das Meer bekommen wir hier aber kaum zu sehen, denn die Straße ist von riesigen Bananenplantagen gesäumt. Immer wieder passieren wir Militär- und Polizeikontrollen, einmal werden wir für ein Fahrzeug der Hilfsorganisation gehalten. Kein Wunder, ist der Land Cruiser doch ein gerne gefahrenes Fahrzeug. Sonst will niemand etwas von uns, immerhin sehen wir sehr nach Touristen aus. Auch die Einheimischen haben vor den Kontrollen wohl wenig zu befürchten. Kurz vor einer Kontrolle sehen wir doch dann tatsächlich eine volle Bierdose aus dem Fenster fliegen. Die Polizei hätte das auf jeden Fall sehen müssen. Stattdessen werden nur freundlich Hände geschüttelt und dann darf weitergefahren werden.

Inselzeit – Tauchen und Entspannen auf den Islas de la Bahia

In La Ceiba stellen wir unser Auto für eine Woche am Hafen ab, denn die Insel ruft. Utila bietet sich für ein paar Tage Abwechslung und vor allem zum Tauchen an. In Alton’s Tauchzentrum macht Till seinen Padi Open Water Diver und ich meinen Advanced Kurs. Am letzten Tag geht es dann zum ersten Mal zusammen zur Unterwassererkundung. Das Riff rund um Utila hat zahlreiche gute Tauchspots, sogar ein altes Wrack, die Halliburton wurde hier 1998 für die Taucher versenkt.

Für zwei Tage gönnen wir uns dann ein Hotel auf der Jewel Cay Insel. Hier sehen wir das Riff direkt von der Veranda aus und können in Ruhe schnorcheln gehen. Mittags werden wir von der Hotelmutti bekocht. Den nächsten Tag verbringen wir auf Water Cay, einer unbewohnten Insel. Nur wir, weißer Sandstrand und ein paar Palmen. Es ist herrlich!

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Schnelle Runde durchs Landesinnere

Die Zeit drängt, denn unser Termin für den Besuch in Costa Rica rückt näher. Wir verbringen einen Tag im Naturreservat der Finca Paradise und freuen uns über die Wanderwege durch Kakao- und Kaffeeplantagen. Rund um den Lago Yojoa finden wir neben leckerem Fisch zum Mittagessen auch Straßenstände mit gestapelten Ananas, die in der Gegend wachsen. Im Cerro Azul Nationalpark laufen wir durch den Nebelwald und baden im Wasserfall. Der Park ist erst ganz neu erschlossen und wird nachts vom Militär bewacht. Es wird wohl noch dauern, bis Honduras wirklich vom Tourismus profitieren kann.

 

 

 

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Zu Hause in Comayagua

Ein letzter Stopp führt uns nach Comayagua, wo wir uns mit Rony vom 4×4 Treffen verabredet haben. Er selbst hat heute zwar viel in seiner Werkstatt zu tun, aber er organisiert uns einen Freund, der uns die Stadt zeigt und wo wir den Abend verbringen. In der kleinen Stadt gibt es gleich mehrere Kirchen, die uns gezeigt werden und bei ausnahmslos allen sind die Gottesdienste voll. Unter der Woche müssen die Leute draußen stehen, da es keinen Sitzplatz mehr gibt.

Ronys Freund hat ein Hähnchen-Schnellrestaurant und die ganze Familie wohnt im Hinterhof. Ich lerne seine Schwester Carol kennen. Sie ist in meinem Alter und ebenfalls Biologin, da ist das Eis schnell gebrochen und wir können uns auf Englisch unterhalten. Eigentlich führt sie ein eigenes Analyse-Labor, da die Leute in Honduras aber kein Geld haben um ihr Blut analysieren zu lassen muss sie nebenbei als Lehrerin arbeiten. Die Familie gehört eindeutig zur Oberschicht Comayaguas und die Kinder haben ihren beruflichen Erfolg der Mutter zu verdanken. Trotz dem Machogehabe, sind es die Frauen, die ihre Kinder erziehen und zur Ausbildung schicken. Alle die hier wohnen, unterstehen der Hausherrin und das System scheint zu funktionieren. Carols 2jähriger Sohn wird innerhalb der Familie betreut, während sie arbeitet und die 5monatige uneheliche Tochter des Vaters wird ganz selbstverständlich von Carol adoptiert. So bleibt die kleine Marcela in der Familie, denn sonst hätte sie keine Chance in der Welt. Wir sind beeindruckt von der großen Solidarität, die hier herrscht, aber ohne helfenden Staat ist es umso notwendiger, dass alle zusammenhalten.

Nach einer Nacht auf der Straße vor Ronys Haus lernen wir Ronys Mutter kennen. Eine herzliche Frau, die uns nicht ohne Frühstück gehen lässt. Der leckere Kaffee stammt von der Finca eines Freundes, im Supermarkt könne man so etwas nicht kaufen, erzählt sie stolz. Dann tischt sie uns das typisch honduranische Frühstück auf: Rührei, Kochbanane und Käse. Die energische Frau über 80 erzählt stolz von ihren erfolgreichen Kindern, die in der Welt verteilt leben. So kommt sie auch hin und wieder nach Europa. Nur Rony, der mit Mitte 40 noch zu Hause wohnt und an Autos schraubt ist ihr Sorgenkind. In Comayagua fühlen wir uns wohl und wären nur zu gerne noch einige Tage geblieben, aber in zwei Tagen müssen wir in Costa Rica sein und irgendwie liegt ja auch Nicaragua noch dazwischen…

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Fazit Honduras

Auch Honduras hat neben El Salvador einen schlechten Ruf, was die Sicherheitslage angeht. Das Aufgebot an Militär und Polizei ist enorm. Tankstellen und Geschäfte sind eigentlich immer 24 h bewacht. Auch in diesem Land sind wir mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen gereist und haben in 19 Tagen Honduras keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Honduras ist ähnlich günstig wie der Rest Zentralamerikas. Die Straßen sind teilweise mautpflichtig, dafür aber in sehr gutem Zustand. Die Menschen sind auch in Honduras wieder unglaublich gastfreundlich und freuen sich über deutsche Touristen, die sich für ihr Land interessieren. Gerne hätten wir mehr Zeit im Landesinneren verbracht, wo es noch einiges zu entdecken gibt.

Reisezeit: 23.02.18 – 13.03.18

Route: Choluteca – Bonito Oriental – Limón – Batalla – Bonito Oriental – La Ceiba – Utila – Lago Yojoa – Cerro Azul Nationalpark – Comaygua

Unsere Route durch Honduras

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Unsere Route durch Honduras als GPX-Track zum Downloaden:

Honduras

4 Gedanken zu „Honduras – zentralamerikanisches Allerlei

  1. Wow! Da habt ihr aber einiges erlebt in dem schönen Land, uns hat es auch sehr gefallen aber mit solchen Abenteuern können wir nicht aufwarten 😉 Hat Spass gemacht zu lesen, vielen Dank!

  2. Hallo Ihr Beiden,
    die Text- Fotostrecke ist Euch mal wieder toll gelungen. Diesmal haben uns mal wieder besonders die tollen Fotos gefallen. Die Geschichten und Erfahrungen Drumherum sind sehr beeindruckend. Wir können uns nur zu gut vorstellen, wie prägend alles für Euch sein muss. Noch ganz viele tolle Momente auf Eurer Traumstraße. Der Band 4 “Mittelamerika” nimmt langsam Fahrt auf! Bestes Gelingen!

    1. Hallo ihr Beiden, vielen Dank für eure Worte. Die Erlebnisse sind ohne Frage prägend und für uns nach wie vor die Motivation zu Reisen. Es sind diese Momente und Erfahrungen, die wir sehr zu schätzen wissen. Es freut uns, dass ihr immer mit dabei seid! Viele Grüße!

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