Hin und Her – zwischen Mexiko und Belize

Hin und Her – zwischen Mexiko und Belize

Nach zehn schönen und dschungelreichen Tagen in Belize wären wir bereit für Guatemala – wenn da nicht die bestellten Reifen in Mexiko auf uns warten würden. Es geht also nochmals zurück nach Mexiko. Eigentlich finden wir das gar nicht schlimm, denn an der Laguna Bacalar gibt es einen schönen Campingplatz, an dem sich das Weihnachtsfest gemütlich und schön verbringen lässt…

Reifenkauf in Mexiko

An der mexikanischen Grenze stehen wir kurz vor Weihnachten natürlich eine gefühlte Ewigkeit in der Schlange. Als wir endlich dran sind bekommen wir aber ruckzuck unseren 7-Tage-Stempel, bei dem man sich auch die Gebühr von 500 MXN pro Person spart. In Chetumal kennen wir uns ja bereits aus und steuern schnurgerade auf die Werkstatt zu, in der seit zwei Tagen unsere Reifen auf uns warten müssten. Als wir vorfahren sehen wir sie auch mitten vor dem Eingang aufgebaut, schön drapiert als Blickfänger. Wie gut, dass die Reifen nur selten gefahren werden, sonst hätte vielleicht jemand die schon bezahlten Reifen gekauft. Die Montage geht zügig vonstatten und auch die alten Reifen können wir hier direkt verkaufen. Der Mechaniker macht ein Bild, schickt es per WhatsApp an einen Bekannten und Minuten später sind die Reifen für einen guten Preis verkauft und ich bin erleichtert, dass wir die dreckigen Reifen nicht selbst durch die halbe Stadt fahren müssen.

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Infos zum Reifenkauf

Da wir mit unseren Toyo MT Reifen so zufrieden sind und seit Beginn der Reise, immerhin 62.000 km ohne Probleme gefahren sind, wollten wir gerne wieder die gleichen Reifen haben. Kurz vor Zentralamerika wollten wir auch nicht auf ATs umstellen, da die nächste Regenzeit sicher kommt. In Guadalajara wären die gewünschten Reifen vorrätig gewesen, aber als wir dort waren, hatten wir das Thema neue Reifen noch nicht in Angriff genommen. Das nächste Land in dem wir die Reifen für einen annehmbaren Preis bekommen würde wäre Panama, aber so lange wollen wir mit den abgefahrenen Reifen eigentlich nicht mehr fahren. Deshalb haben wir schließlich bei Llantas.com bestellt. Hier gibt es alle Reifen zu sehr günstigen Preisen und das wichtigste für uns war, dass wir mit Paypal zahlen konnten und somit eine Sicherheit hatten, falls das Paket „verloren” geht. Die Mitarbeiter waren sehr nett und haben mit uns per Messenger auf Englisch die ganzen Formulare mit Anschrift etc. ausgefüllt. Preislich auch super, haben wir für unsere Toyo Open Country MT jeweils 195 EUR/Reifen gezahlt. Die Werkstatt hatten wir uns in Chetumal selbst gesucht und es war überhaupt kein Problem unser Paket mit den Reifen entgegen zu nehmen und für uns aufzuheben. Auch bei Toyota hätten wir das Paket hinschicken lassen können, hier hätten wir für die Montage dann allerdings das 5fache (!) bezahlt, nämlich 2500 MXN (110 EUR) anstelle von 480 MXN (21 EUR).

Weihnachten an der Laguna Bacalar

Auf neuen Reifen fahren wir bis zur Laguna Bacalar und richten uns hier für die nächsten Tage ein. Weihnachten steht kurz bevor und die Plätzchen müssen noch gebacken werden. Die Weihnachtsbäckerei befindet sich zwischen Auto-Küche und dem Grillplatz, denn gebacken wird im Dutch Oven. Den Plätzchenteig bei über 30°C irgendwie fest und formbar zu bekommen ist eine Herausforderung und kurzerhand wird das ineinander fließende Schwarz-Weiß-Gebäck zu Marmeladenplätzchen umfunktioniert. Dabei habe ich noch den angenehmen Job und kann mich im Schatten verstecken während der arme Till bei der Hitze auch noch am Feuer stehen muss. Immerhin, das Experiment glückt und abends gibt es tatsächlich Weihnachtsplätzchen in Mexiko. Bei 30°C schmecken sie natürlich nicht so gut wie im deutschen Winter, dafür können wir uns in der Lagune abkühlen oder eine Runde im Wasser schaukeln gehen – herrlich!

Auch in diesem Jahr verbringen wie Heilig Abend nicht alleine. Mit Stefan von PlanR hatten wir uns hier verabredet und Tim und Julia mit ihrem Senor Sepp lernen wir vor Ort kennen. So sitzen wir abends zu fünft am Tisch und essen lecker Quiche und Buchweizen-Salat. Den Abend lassen wir dann gemütlich mit einer Runde “Zug um Zug” ausklingen.

 

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Begegnungen in Belize

Nach Weihnachten geht es dann wieder über die Grenze und mit einem Transit-Visum durch Belize und Richtung Guatemala. Irgendwie dachten wir, bei einem 3-Tage-Transit-Visum würden wir uns die  teure Ausreise-Gebühr in Belize sparen, was aber leider nicht so ist…

Einen Stopp legen wir noch in der Mennoniten-Gemeinde Spanish Lookout ein. Hier wollen wir nochmal im Farmers Trading Center einkaufen und natürlich bei Dairy Queen auf einen Oreo-Split einkehren. Wie immer, wenn man es mal eilig hat lernt man die nettesten Leute kennen. Petra ist mit ihrer Familie vor ca. einem Jahr nach Belize ausgewandert. Natürlich sind wir da neugierig und sitzen abends bei ihnen auf der Terrasse und bekommen interessante Einblicke über das Auswanderer-Leben in Belize. Sie wollen eine Farm aufbauen mit Kühen und Kokosnüssen, das Land ist hier sehr günstig und der Ideenvielfalt keine Grenzen gesetzt. Besonders beeindruckt uns der Metzger Jürgen, der hier ebenfalls nur zur Besuch ist, aber durch ganz Amerika mit seiner Wurstmaschine reist. Als Metzger scheut er auch nicht die Herausforderung eine vegane Bratwurst zu kreieren, betont aber natürlich das die natürlich nicht so schmecken würde wie eine seiner echten Würstchen. Am liebsten würde er in Belize Bratwurst und Cordon Bleu produzieren, diese Idee können wir nach der Verkostung seiner Leberwurst nur befürworten.

Im Baumarkt kommen wir dann auch noch mit den Mennoniten ins Gespräch, die wir bisher nur neugierig beobachtet und belauscht hatten. Die auffallend blonden Frauen tragen Kleider und eine Haube, die Männer schwarze Hosen mit Trägern. Beides wirkt auf uns, als wäre man in der Zeit zurückversetzt.

Johann spricht uns auf Deutsch an. Er ist Anfang 20 und mit seinem Vater vor zwei Jahren nach Spanish Lookout gekommen. Die Familie stammt aus einer deutschen Mennoniten-Gemeinde und ist nur zeitweise hier, um der belizianischen Gemeinde wieder die Werte des ursprünglichen Glaubens zu lehren. Johann lädt uns sogar ein, an Silvester an einem mennonitischen Gottesdienst teilzunehmen. Da wären wir natürlich sehr gerne hingegangen, aber leider müssen wir wegen dem kurzen Transit-Visum weiter nach Guatemala. Wir ärgern uns und merken mal wieder, das fehlende Flexibilität einfach nichts für uns ist.

Am nächsten Tag reisen wir aus, müssen trotzdem die Ausreisegebühr zahlen, freuen uns aber umso mehr auf Guatemala…

Rückblick Belize

Das kleine Land hat uns sehr gut gefallen. Die Strecken sind extrem kurz und dadurch bleibt viel Zeit vom Tag übrig. Wir haben in 12 Tagen gemütlich den Norden und ein Stück der Karibik-Küste besichtigt, den ersten Reisebericht von Belize gibt es hier. Ein Besuch auf den vorgelagerten Inseln wie Caye Cauker war uns zu teuer, ebenso die angebotenen Höhlentouren wie z.B. der ATM-Walk (ca. 100 USD/Person). Ansonsten fanden wir das Preisniveau deutlich besser als erwartet und das Angebot an Lebensmitteln recht gut. Viele Sachen werden aus den USA importiert und man bekommt Produkte, die es in Mexiko einfach nicht gab. Das Essen im Restaurant entspricht in etwa dem deutschen Preisniveau, ist also deutlich teurer als Mexiko, aber reißt auch kein Loch ins Budget.

Insgesamt waren wir 12 Tage in Belize (das erste Mal 10 Tage, das zweite Mal 2 Tage) und haben im Durchschnitt 38 EUR/Tag ausgegeben. Lebensmittel und Verpflegung haben wie immer den größten Posten mit 50% ausgemacht und das obwohl wir vorher in Mexiko groß eingekauft haben. Cashews, Bio-Schokolade und das Farming Trading Center mit leckerer Marmelade haben ihre Spuren hinterlassen. Ein großer Posten wegen der kurzen Verweildauer ist die teure Ausreisegebühr von 40 BZD/Person (20 USD), die wir zweimal zahlen mussten. Unterkünfte haben uns im Schnitt nur 4,20 EUR/Tag gekostet, genau wie in Mexiko. In der Mountain Pine Ridge und im County Park konnten wir frei stehen, sonst waren wir auf Campingplätzen, deren generelles Niveau wir besser bewerten würden als in Mexiko. Tanken mussten wir glücklicherweise nicht (Kosten hier teure 1,07 EUR/L Diesel).

Route Belize Hottahue

 

Unsere Route zum downloaden gibt es hier:

Route Hottahue Belize

8 Gedanken zu „Hin und Her – zwischen Mexiko und Belize

  1. Ihr Lieben,
    was für eine Freude!!!
    Wir haben eure Blogs sooooo vermisst……
    Danke, dass Ihr uns wieder an euren Abenteuern
    teilhaben lasst.
    Alles liebe Barbara

    1. Hallo ihr Lieben,
      nach so einer Nachricht ist die Motivation für die fehlenden Berichte gleich noch größer. Wir beeilen uns, um euch so schnell wie möglich mit neuem Lesestoff zu versorgen.
      Viele Grüße aus dem regnerischen Costa Rica!

  2. Von mir das Gleiche!
    Prima.
    Freu mich schon auf die nächsten Blogs.
    Ein paar mehr Fotos hättens sein dürfen.
    Trotzdem, danke!
    Reiner

  3. Hola Katrin y Till,
    Muchisimas gracias Por el blog Nuevo. Yo Lo extrane mucho y nada de saber de Ustedes Como les fue El tiempo pasado.
    Me gustaron las Fotos y los Videos .
    Que aventura El segundo.
    Todo me Gusto, y me Allegro mucho sus conocimientos.
    Muchos saludos y abrazo, Ulli

    1. Hola Ulli,
      gracias para que sigues nuestras historias. En un rato voy a escribir todas las aventuras de Centroamérica, para ver las fotos y para compartir las experiencias.
      Muchos saludos de la playa tranquila,
      Katrin y Till

  4. Hallo Ihr Zwei,

    auch ich freue mich, wieder etwas von Euch zu hören!!!
    Danke!
    Eure Berichte holen mich immer für eine kurze Zeit in eine andere Welt – und das tut gut!!
    Alles Liebe und Gute für Euch und passt weiterhin gut auf Euch auf!
    Eure Ute

    1. Liebe Ute,
      genau dafür schreiben wir unsere Berichte, um unsere Geschichten zu erzählen und euch daran teilhaben zu lassen. Hoffentlich können wir dich auch in Zukunft mit in eine andere Welt nehmen.
      Viele Grüße aus Panama, Till und Katrin

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